Merken

In Sachsen drohen Lehrer-Streiks

Die Tarifverhandlungen kommen nicht voran. Ein Grund ist der Streit um die Eingruppierung der ostdeutschen Lehrer.

© ZB

Von Nancy Riegel und Karin Schlottmann

Dresden. Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst der Länder drohen bundesweite Warnstreiks an den Schulen. Betroffen sind zudem weitere Bereiche der Landesverwaltung, wie die Gewerkschaften am Freitag mitteilten.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Am Freitag wollten weder der sächsische Lehrerverband noch die Gewerkschaft GEW den genauen Termin der Streiks veröffentlichen. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die Pädagogen schon in der kommenden Woche ihre Arbeit niederlegen. „Wir werden am Donnerstag bekannt geben, wann die Streiks beginnen. Die Eltern sollen genug Zeit haben, sich auf die Situation einzustellen“, sagte Uschi Kruse, die bei der GEW für den Bereich Schule zuständig ist.

Der sächsische Lehrerverband will an diesem Sonnabend über das weitere Vorgehen beraten. „Die Arbeitgeber benötigen ein paar Denkanstöße von den Beschäftigten, damit Bewegung in die Verhandlungen kommt“, sagte der Vorsitzende Jens Weichelt. „Dabei werden wir auch über Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte März sprechen müssen.“

Besonders verhärtet seien die Fronten bei der Eingruppierung von Lehrern. Für die angestellten Lehrer gibt es seit Jahren keine verbindlichen Regeln für die Tarifgruppen. Eine stimmige und bezahlbare Lösung für alle zu finden, war in der Vergangenheit angesichts der unterschiedlichen Ausbildungen in den Bundesländern stets gescheitert. Der Chef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), sagte gestern, die Länder hätten sich nun zu solchen Regeln und einer Angleichung der Ost- an die Westtarife bereit erklärt.

An den Schulen gehen nur angestellte Lehrer in den Ausstand. Verbeamtete Lehrer streiken nicht. Neben den Schulen werden in Sachsen weitere öffentliche Einrichtungen bestreikt werden. Dazu gehören zum Beispiel das Statistische Landesamt sowie die Hochschulen. „Hier sind es vor allem die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die ihre Arbeit niederlegen, denn die meisten Professoren sind verbeamtet“, sagt Werner Theis von der Gewerkschaft Verdi Sachsen.

Weiterführende Artikel

Lehrerverband beschließt Warnstreiks

Lehrerverband beschließt Warnstreiks

Auch an Sachsens Schulen stehen die Zeichen auf Streik. Am kommenden Donnerstag wollen die Gewerkschaften Details bekanntgeben. In der zweiten Märzwoche dürfte es losgehen.

In den Bundesländern wird an unterschiedlichen Tagen gestreikt, in Berlin etwa ab Dienstag, in Nordrhein-Westfalen von Dienstag bis Donnerstag. Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr. Die Hauptgründe für das vorläufige Scheitern sind neben der tariflichen Eingruppierung der Lehrer starke Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge. Die Altersvorsorge ist im öffentlichen Dienst Standard, soll aber wegen hoher Kosten reformiert werden.