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In Schrebitz zieht der Adel ein

Julia Joachim ist die neue Hopfenkönigin des Anbaugebiets Elbe-Saale. Der erste Termin steht bereits in Spanien an.

© André Braun

Von Eric Mittmann

Ostrau. Sie studiert Lehramt an der Technischen Universität Dresden, hilft im Betrieb ihrer Familie aus und ist nun auch Repräsentantin des Hopfenanbaugebietes Elbe-Saale: Am Freitag wurde Julia Joachim zur Hopfenkönigin gekürt.

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Während der feierlichen Zeremonie erhielt sie von ihrer Vorgängerin eine Schärpe sowie eine Krone überreicht.
Während der feierlichen Zeremonie erhielt sie von ihrer Vorgängerin eine Schärpe sowie eine Krone überreicht. © ZB

„Die Krönung erfolgt alle zwei Jahre während des Hopfentages, bei dem sich zudem ein Unternehmen des Anbaugebietes vorstellt. In diesem Fall ist das die Gävernitzer Hopfen GmbH“, erklärt die 23-Jährige. Die Königin selbst werde abwechselnd aus den drei Bundesländern des Gebiets – also Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – gewählt. „Im besten Fall sollte die Königin aus einem Betrieb kommen und etwas über ihn sagen können.“

Julias Familie betreibt seit 2004 die Hoob Hopfen und Obst GmbH in Schrebitz, die auf etwa 80 Hektar Hopfen sowie auf zehn Hektar Sauerkirschen anbaut. „Früher hatten wir mehr Obst auf unseren Flächen. Mittlerweile spezialisieren wir uns jedoch zunehmend auf Hopfen. Dabei bauen wir auch unterschiedliche Sorten von Aroma- bis Bitter-Hopfen an, um unseren Kunden eine größere Vielfalt zu bieten.“ Ihr Vater habe bereits vor seiner Zeit in Schrebitz in einem Hopfenanbaugebiet in der Oberlausitz als Verwalter gearbeitet. Daraus sei der Wunsch entstanden, die Pflanze selbst anzubauen. „Mittlerweile ist jeder in unserer Familie in den Betrieb eingebunden“, so die neue Hopfenkönigin.

Julia Joachim sieht ihre Verantwortung jedoch nicht nur gegenüber dem Betrieb ihrer Familie, sondern auch gegenüber der Region. „Es geht darum, Hopfenanbau publik und unser Anbaugebiet sowohl Brauereien als auch Konsumenten bekannter zu machen. Dieser regionale Gedanke ist mir sehr wichtig.“

Um ihr Ziel zu erreichen, steht im Terminkalender der neuen Königin bereits einiges an. Ab Montag wird Julia Joachim auf dem internationalen Hopfenkongress in Spanien zu Gast sein. Am 3. September ist der offizielle Erntestart, bei dem sie feierlich die erste Rebe einhängt. Auch ein Besuch bei Hopfenbauern in den USA ist bereits geplant. „Meine Aufgabe ist es, auf unterschiedlichen Events präsent zu sein. Dabei kann es sich ebenso um regionale Veranstaltungen wie Stadt- oder Weinfeste handeln, solange es etwas mit Landwirtschaft zu tun hat. Auch mehrere Brauereien haben mich bereits eingeladen.“

Julia Joachim zufolge muss eine Hopfenkönigin deswegen auch ein gewisses Alter mit sich bringen. „Im nächsten Jahr habe ich relativ viele Termine und es gibt auch sonst einiges zu tun. Man muss sehr flexibel und auch offenen sein, aber ich denke, dass ich da hineinwachsen werde. Im März war ich bereits zu Besuch bei einigen Bauern in Argentinien. Das hat schon ganz gut geklappt.“

In Deutschland hat jedes Hopfenanbaugebiet eine eigene Königin, so auch in Tettnang am Bodensee sowie in den Bayrischen Gebieten Hallertau, Spalt und Jura. Vor allem in Bayern existiert die Tradition bereits seit Längerem, weshalb diese auch meist damit verbunden wird. Das Tragen des Dirndls will Julia Joachim dennoch nicht als Anlehnung an Bayrische Riten verstanden wissen. „Natürlich wird das Dirndl auch damit assoziiert, aber er ist auch eng mit dem Hopfenanbau verbunden“, erklärt sie.

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Im Anbaugebiet Elbe-Saale ist Julia Joachim die mittlerweile siebente Königin. Zusätzlich zu ihrer Krone bekam sie am Freitag von ihrer Vorgängerin Emmelie Lucile Otto auch eine Schärpe überreicht. In zwei Jahren wird sie diese dann an ihre Nachfolgerin weiterreichen. Bis dahin kann Julia Joachim auch gern von Veranstaltern gebucht werden, sagt sie. Zu erreichen ist sie dazu unter [email protected]