merken

In Ziegra wird es sphärisch

Der Verein Schaddelmühle und die Stadt planen Kunstwerke zum Wirken Martin Luthers. Nun fehlen nur noch die Mitstreiter.

© André Braun

Von Eric Mittmann

Anzeige

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Döbeln/Leisnig. Anlässlich des Lutherjahres 2017 soll die Ortschaft Ziegra in diesem Jahr um einen Wegmarker bereichert werden. Unter der Überschrift „Reformation und Kunst“ planen die Stadt Döbeln sowie der Kulturförderverein Schaddelmühle ein Werk des Altenburger Künstlers Stefan Knechtel nahe der „Kleinen Teiche“ zu errichten. „Der Ort ist schon entschieden. Im Grunde geht es uns nur noch darum, Kontakte aufzubauen, mit denen wir interessierte Menschen einbeziehen können“, hieß es vom Förderverein. „Das Besondere an dem Projekt ist ja die Sozialisierung der Arbeitsweise.“

Gemeint ist damit, dass die Organisatoren sowohl auf Unternehmen und Firmen, als auch auf Klassen und Vereine setzen, um das Kunstwerk zu errichten. Auch der Erschaffer des Werks hält dies für eine gute Idee. „Ich finde es schön, die Öffentlichkeit einzubeziehen“, meint Stefan Knechtel. „Allerdings geht es um ein sehr umfangreiches plastisches Gebilde, bei dem bestimmte Teil von mir bearbeitet werden müssen. Diesen Prozess würde ich jedoch vollständig fotodokumentieren.“

Bei seinem Werk mit dem Titel „Sphärische Zweiecke“ handelt es sich um neun elliptische Figuren, die in Form eines offenen Zirkels aufgestellt werden sollen und zusammengefügt eine Art offenen Globus ergeben würden. „Wobei nicht zu erwarten ist, dass letztendlich ein konkreter Globus zu sehen sein wird. Es geht mir auch darum, eine gewisse Verunsicherung darzustellen. Die Wirkzeit Luthers war schließlich auch eine Zeit, in der unser Weltbild seine aktivste und dynamischste Entwicklung erfuhr. Die Menschen akzeptierten plötzlich, dass die Erde rund ist“, so der Künstler.

Bereits vor zwei Jahren begannen die Arbeiten am Projekt „Reformation und Kunst“. Zunächst wurden unter fast 20  Künstler vier ausgewählt, die jeweils ein Kunstwerk zum Thema „Luther und sein Wirken“ entwerfen sollten. „Dabei ist es den Künstlern freigestellt, wie sie Luther und sein Wirken in die heutige Zeit transportieren“, heißt es auf der Website der Schaddelmühle. Jedes der vier Kunstwerke soll nun an einem von vier Orten auf dem sächsischen Lutherweg errichtet werden – in Grimma, Döbeln, Leisnig und Mügeln.

In anderen Städten seien die Vorbereitungen bereits weiter vorangeschritten. Im Ortsteil Ziegra soll die heiße Phase des Projektes am 25. Mai mit einer Ausstellung in der Kleinen Galerie Döbeln beginnen. Auch ein Workshop sowie eine Besichtigung des Ateliers von Stefan Knechtel sind geplant. Genaue Informationen dazu werden noch nachgereicht.

Auch für Leisnig ist eine Ausstellung mit den Entwürfen geplant. Ab Mitte/Ende März sollen die Skizzen der Künstlerin Rosi Steinbach aus Leipzig zu sehen sein. Ihr Werk selbst kommt an den Schulweg, also hinter die Superintendentur. Für diesen Teil des Lutherweges entstehen zwei Quader mit Fliesen, auf denen verschiedene Kleidung aus der Zeit vor und nach der Reformation zu sehen sein wird. Die Werke sollen zum Anschauen und Beschäftigen mit der Zeit vor 500 Jahren, aber genauso zum Ausruhen einladen. (mit DA/sig)