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Inklusionssport steht auf dem Prüfstand

Der Kreissportbund Bautzen zieht Zwischenbilanz im Projekt „Mehr Inklusion für Alle“.

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Der Kreissportbund möchte mehr Menschen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben.
Der Kreissportbund möchte mehr Menschen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben. ©  dpa / Symbolbild

Kamenz. Der Name MIA steht für „Mehr Inklusion für Alle“ und ist ein Projekt des Behindertensportverbandes. Für 2018 erhielt dafür der Kreissportbund Bautzen mit der Schwerpunktregion Hoyerswerda/ Kamenz den Zuschlag, als eine von zehn Modellregionen in Deutschland den Inklusionssport zu analysieren und auszubauen. Ziel war es, mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, aktiv in einem Verein Sport zu treiben sowie die Akteure vor Ort besser miteinander zu vernetzen. Das ist das Ergebnis einer Zielgruppen- und Strukturbefragung:

Genau 91 der 172 teilnehmenden Menschen mit Behinderung möchten gerne sporttreiben, wobei 60 Personen davon bislang an keinem Sportangebot teilnehmen. Die meistgewünschten Sportarten sind Bowling (26,4%), Tanzen (25,3%), Schwimmen (20,9%), Reiten (19,8%) und Fußball (16,5%). Als Schwierigkeiten oder Barrieren, die der Teilnahme an einem Sportangebot entgegenstehen, werden der Transport, fehlende Assistenz oder Begleitung und die Erreichbarkeit genannt. 22 Menschen mit Behinderung haben angegeben, dass sie sich gerne ehrenamtlich im Sport engagieren würden.

Barrierefreie Sportstätte

Etwa 80 Prozent der teilnehmenden Institutionen aus der Behindertenhilfe geben an, dass bereits eine Kooperationsvereinbarung mit dem organisierten Sport besteht und dass ihnen jedoch Menschen mit Behinderung bekannt sind, die noch keinen Zugang zum Sport gefunden haben. 

Herausforderungen seien die gleichberechtigte Teilhabe über barrierefreie Sportstätten, nötige Assistenzleistungen bei einigen Behinderungsarten und ausreichenden Hallentrainingsmöglichkeiten. Auch die Fahrten zu den Trainingsstätten, sprachliche Hindernisse und hoher Bedarf an fachlich geschulten Trainern und Übungsleitern werden genannt.

In zwei Sportvereinen (Budosportverein 16 und SC Hoyerswerda) wurden Sportgruppen aufgebaut, die das inklusive Sporttreiben sichern. Als sehr positiv wurde zudem der regelmäßige und zielführende Austausch aller beteiligten Akteure benannt, der auch nach Projektablauf in gleicher Form fortgeführt werden soll.

In den verbleibenden zwei Monaten bis zum Abschluss des MIA-Projektes wird zum Beispiel die Herstellung einer barrierefreien Homepage als Informationsplattform zum Sporttreiben im Landkreis im Mittelpunkt weiterer Anstrengungen umgesetzt. (SZ)