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Geld und Recht

Innovationsstandort Leipzig 

Leipzig hat in den vergangenen Jahren eine fulminante Entwicklung durchgemacht und genießt ein hohes Ansehen in der Startup- und Tech-Szene. 

© Samantha Weyhrich

Nicht umsonst wurde die 590.000 Einwohner-Stadt im Rahmen der DigitalHub Initiative 2018 als Gründungsknotenpunkt der Zukunft auserwählt. Die vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Digitalverband Bitkom ins Leben gerufene Initiative setzt auf Leipzig als ,,Smart Systems Hub – Innovations IoT’’ (engl. Internet of Things – kurz IoT). Die Initiative legt in Leipzig einen Schwerpunkt auf Energie, Gesundheit und Smart City. Durch sie wird die Stadt innovativ vorangetrieben und gilt als eins der Pilotprojekte der Initiative zur Förderung intelligenter Gebäudetechnik, digitaler Stadtinfrastrukturen und E-Mobilität.

Ein weiterer Faktor für die Entwicklung Leipzigs zum Innovationsstandort ist die exzellente Nachwuchs-Förderung. Sachsen hat die höchste Fördermittelquote pro Student, die höchste Anzahl an Gründungs- und Ideenwettbewerben sowie die höchste Bewilligungsquote bei Förderanträgen bundesweit. Die Stadt beheimatet zudem einer der größten Informatik-Fakultäten Deutschlands sowie die HHL Leipzig Graduate School of Management. Bei der HHL handelt es sich um die älteste Business School Deutschlands mit einer langen Tradition. 2018 wurde die Universität erneut vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für ihre unternehmerische Gründerkultur ausgezeichnet. Die Universität lag damit zum vierten Mal in Folge auf Platz eins unter den kleinen Universitäten mit bis zu 5.000 Studierenden. Geschäftliche Kreativität und Unternehmergeist sind nur zwei der Top-Attribute, die diese Universität ihren Studenten in brillanter Weise vermittelt. Absolventen der HHL sind heute unter anderem Mitgründer von AboutYou, Auto1, Delivery Hero und Trivago. Passend zum Standort Leipzig ermöglicht die Universität ihren Studenten den Einstieg in eine hervorragend vernetzte Startup-Szene und bietet ihnen eine innovative Unterstützungskultur durch Stipendien, Mentoring und Partnerschaften mit etablierten Unternehmen.

Der Standort Leipzig verfügt jedoch nicht nur über viel Potenzial für Studierende, sondern erfreut sich auch bei Gründern großer Beliebtheit. Dabei stehen zwei Startups stellvertretend für das neue Leipzig: noah Systems und Oldtimerparts.

Gründer und Geschäftsführer Denny Farkas von noah Systems erklärt den Erfolg der Stadt folgendermaßen: ,,Leipzig ist insbesondere wegen der positiven Entwicklung des Immobilienmarktes der richtige Gründungsstandort für Unternehmen. Die wachsende Zahl an Studierenden, renommierten Forschungsinstituten, die Messe und weitere Faktoren tragen zum internationalen, offenen und urbanen Flair Leipzigs bei’’. Das Unternehmen noah systems hat es sich zur Aufgabe gemacht Mietern, Eigentümern und Dienstleistern das Leben mithilfe von Smart Building zu erleichtern. Durch ihre jahrelange Erfahrung als infrastruktureller Gebäudedienstleister und innovativer IoT (Internet der Dinge) – Lösungen, haben sie ein innovatives Werkzeug entwickelt. ,,Mit relativ einfachen Kniffen des IoT konnten wir unsere Gebäude intelligent machen, indem wir circa zwei Dutzend Blockheizkraftwerke und 15 Gaskesselanlagen, aus verschiedenen Objekten und von unterschiedlichen Herstellern mit unserer Plattform verbanden und diese für unsere Verwaltung, den Eigentümer und den zuständigen Energieversorger in zentralisierter Form zur Verfügung stellten’, so Mitgründer und CTO Thomas Brenner. Lästiges Ablesen der Zählerstände wird so überflüssig, die Nebenkostenabrechnung vereinfacht und durch eine Verbrauchs-App bekommen Nutzer die Möglichkeit, in Echtzeit den Verbrauch ihrer Räumlichkeiten nachvollziehen zu können. Hierbei handelt es sich lediglich um eins von diversen Konzepten, mit denen das Unternehmen die Zukunft smart gestalten möchte. Mit der Philosophie einer vernetzten Welt, so Denny Farkas, verwandle noah nicht nur herkömmliche Gebäude in ,,smart buildings’’, sondern auch die Städte der Zukunft in pulsierende, attraktive und nachhaltige Lebensräume.

Auf die digitalisierte Rekonstruktion von Oldtimerersatzteilen und die Entwicklung innovativer Algorithmen zu deren Preiskalkulation hat sich das Unternehmen Oldtimerparts spezialisiert. Das Gründerteam verfügt über ein weites Netzwerk an lokalen Kontakten zu Oldtimer-Werkstätten und der Oldtimercommunity, sowie zu Fertigungspartnern im Raum Leipzig. ,,Leipzig ist eine stark wachsende Stadt und sehr gefragt unter Gründern. Es gibt viele Co-Working Spaces und ein sehr familiäres Netzwerk innerhalb der Startup Szene’’ erklärt Philip Kalaydjiev. Als Ideengeber kümmert Kalaydjiev sich um die Administration, sowie um Marketing, Vertrieb und Kundenservice bei Oldtimerparts. Zielgruppe des Startups sind vorrangig Endkunden im Bereich B2C, Sammler, Liebhaber, Schrauber und Oldtimerenthusiasten, die spezielle Fahrzeugteile suchen, die es auf dem Markt nicht mehr gibt. Ihre Kunden senden via oldtimerparts.de eine Online-Anfrage. Im nächsten Schritt durchsucht Oldtimerparts ihre 3D-Modell Datenbank nach dem gewünschten Ersatzteil. Ist es vorhanden, können sie dem Kunden gleich ein Angebot unterbreiten. Haben sie es nicht in der Datenbank, senden sie eine Preiskalkulation für die Rekonstruktion per E-Mail. Der Kunde sendet die Vorlage seines defekten Ersatzteils per Post ein. Sie digitalisieren das Ersatzteil und fertigen es mit Hilfe des am besten passenden Fertigungspartners nach. Der Kunde bekommt seine Vorlage, sowie die gewünschte Anzahl an Ersatzteilen per Post zugeschickt.

Leipzig hat sich als innovativer und fortschrittlicher Standort bewiesen und gilt schon jetzt für viele andere deutsche Städte als richtungsweisend. Die Stadt verfügt über eine hohe unternehmerische Vielfalt und bietet durch ihre breitgefächerten Förderungsangebote viel Raum für Visionäre.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Holger Zein.