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Insolvenzverwalter droht mit Liquidation

Die Fronten beim Chemnitzer FC sind verhärtet. Es geht um eine Kandidatenliste. Der Insolvenzverwalter droht sogar mit Löschung aus dem Vereinsregister.

Fans des Chemnitzer FC demonstrieren vor Beginn des Pokalspiels gegen den HSV in der Innenstadt für den Erhalt des Vereins. © Robert Michael/dpa

Von Sebastian Wutzler

Chemnitz. Die ohnehin schon angespannte Situation rund um Fußball-Drittligist Chemnitzer FC spitzt sich immer weiter zu. Insolvenzverwalter Klaus Siemon droht im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 19. August mit einer Liquidation des insolventen Vereins. Hintergrund sind Differenzen bei der Erstellung der Kandidatenliste für den Aufsichtsrat, der auf der Versammlung neu gewählt werden soll. Die aktuell bestehende Liste mit sechs Personen, die vom Ehrenrat am vergangenen Freitag vorlegt und veröffentlicht wurde, ist für Siemon nicht akzeptabel.

"Ich weise vorsorglich darauf hin, dass ich mit den übermittelten Personen nicht einverstanden bin. Sollte diese Liste so gewählt werden, sehe ich den Bestand des Chemnitzer FC e.V. als akut gefährdet an", wird Siemon in einem internen Schreiben zitiert, das unter anderem dem Internetportal "Tag24" vorliegt. Auszüge davon wurden am Dienstag veröffentlicht. Demnach möchte der Insolvenzverwalter erreichen, dass der Einfluss der Gesellschafter der CFC Fußball GmbH im Aufsichtsrat dominieren soll.

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Siemon machte darauf aufmerksam, dass der Verein den Insolvenzverwalter laut der Insolvenzordnung bei der Sanierung des Clubs unterstützen müsse. "Dem ist der Chemnitzer FC e.V. bisher nicht ausreichend nachgekommen. Deshalb erteile ich die Anweisung, keine Personen in Aufsichtsrat oder Vorstand zu bestellen, die nicht meine Zustimmung haben. Zuwiderhandlungen werde ich zum Anlass nehmen, Rechtsmittel und Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Außerdem können Zuwiderhandlungen zur Liquidation des CFC e.V. führen", erklärte Siemon in seinem Schreiben.

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Kritik an Juristen im Notvorstand

Auch die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH, unter deren Dach die Profimannschaft angesiedelt ist, kritisierten auf einer Pressekonferenz am Dienstag den Notvorstand des Vereins. Dieser hätte die Mitgliedschaft einzelner Personen aus dem Gesellschafterkreis nicht anerkannt. Die Mitgliedschaft ist aber Voraussetzung, um an der Versammlung teilnehmen und für den Aufsichtsrat kandidieren zu können. "Die Fronten sind sehr verhärtet. Uns sitzen im Notvorstand Juristen gegenüber, die uns ständig erklären, was alles nicht geht", betonte Gesellschafterin Romy Polster.

"Wenn wir vor der Mitgliederversammlung nicht mit einer klaren Einigung vom Tisch gehen, ist bei mir Schluss. Wir arbeiten und investieren seit vielen Jahren in den Chemnitzer Fußball", drohte Udo Pfeifer, der den CFC mit seiner Firma nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren unterstützt und eine siebenstellige Summe investiert hat, mit einem Ende seines Engagements. Die Gesellschafter hoffen jedoch, den Streit mit dem Notvorstand und dem Ehrenrat bei einem gemeinsamen Treffen noch in dieser Woche beilegen zu können. (dpa)

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