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Interesse an Stasi-Akten ungebrochen

Dresden - Das Interesse an den Akten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR ist ungebrochen. 2007 wurden in der Dresdner Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde 8230 Anträge auf Akteneinsicht gestellt.

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Dresden - Das Interesse an den Akten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR ist ungebrochen. 2007 wurden in der Dresdner Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde 8230 Anträge auf Akteneinsicht gestellt. 80 Prozent davon seien Neuanträge gewesen, teilte Außenstellenchef Konrad Felber am Donnerstag in Dresden mit. Das seien zwar weniger als 2006, als rund 11 400 Anträge gezählt wurden, liege aber noch immer über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von bis zu 7500. Vor allem Filme wie „Das Leben der Anderen“ oder „Die Frau vom Check-Point Charly“, hätten zu einem spürbar erhöhten Interesse geführt.

Oft sei den Antragstellern erst durch diese Filme klar geworden, wie sehr die Stasi die Privatsphäre der Menschen observiert habe oder wie sehr auch Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Zivilverteidigung oder die Kampfgruppen überwacht wurden, sagte Felber.

Zudem sei das Interesse von Schulen an Verastaltungen stark gestiegen, sagte Felber. So habe es 2007 rund 50 Veranstaltungen etwa an Gymnasien gegeben. Im Jahr davor sei da noch „so gut wie nichts“ gewesen. Wegen dieses Interesses sei die Wanderausstellung „Zwischen Aufbegehren und Anpassen - Jugend in der DDR“ erarbeitet worden, die am 25. Januar in Hoyerswerda eröffnet wird. Im gleichen Jahr solle eine weitere Ausstellung von allen drei sächsischen Außenstellen in Leipzig, Chemnitz und Dresden über die Stasi und Motorsport erarbeitet werden.

Auch die Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Marianne Birthler, beobachtet ein weiter wachsendes Interesse an der DDR-Vergangenheit. Nachdem von 2005 bis 2006 die Zahl der Anträge auf persönliche Akteneinsicht bei der Behörde um 20 Prozent auf 97 000 gestiegen sei, rechne sie auch in diesem Jahr wieder mit einer leichten Steigerung, sagte Birthler dem Berliner „Tagesspiegel“. (Freitag). Auch das Interesse an Ausstellungen, Dienstleistungen, Vorträgen und Publikationen ihrer Behörde zu DDR-Themen nehme zu. Als eine der Ursache dafür sieht Birthler, dass im Osten „eine neue Lehrergeneration auftritt“. (dpa)