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Interimskantor gibt sein Debüt

Nach dem Weggang von Stephan Seltmann musste die Kirchgemeinde schnell Ersatz finden. Der „Neue“ ist nicht nur in Riesa wohlbekannt.

© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

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Riesa. Ein bisschen Aufregung ist immer dabei. Da helfen auch die vielen Jahre Berufserfahrung nicht, sagt Joachim Jänke und schmunzelt. Am Sonntag, 28. Januar, gibt er in der Kirche Weida sein Debüt als Kantor. Um 17 Uhr soll Musik zum Ausklang des Weihnachtsfestkreises erklingen. Die verschiedenen Chöre und Musikkreise zusammenzuführen, da entstehe ganz automatisch eine gewisse Aufregung, weiß Jänke.

Am Programm für den kommenden Sonntag hat auch noch Joachim Jänkes langjähriger Vorgänger mitgewirkt. Stephan Seltmann hatte die Kirchgemeinde nach 20 Jahren verlassen und tritt demnächst eine Stelle in Dresden an. Völlig abrupt kam dieser Wechsel nicht zustande, betont Joachim Jänke. „Es gab schon im Verlauf des vergangenen Jahres einen steten Austausch.“

Die Chormusik als Steckenpferd

Ohnehin ist es nicht so, dass der „Neue“ sich groß eingewöhnen muss. „Ich habe schon einmal in der Gemeinde ausgeholfen, bevor Stephan Seltmann die Stelle angetreten hatte.“ Auch danach war Jänke regelmäßig im Kirchenbezirk Riesa im Einsatz, um Orgelvertretungen zu übernehmen. „Ich kenne die Szene einigermaßen“, sagt der Großenhainer, der nun regelmäßig nach Riesa pendeln wird.

Das Kantorendasein besteht allerdings nicht allein aus Chorproben, Auftritten und Gottesdiensten. „Der größte Teil der Arbeit ist Organisation.“ Das weiß Jänke aus langer Erfahrung. Bis 2012 war der heute 68-Jährige hauptberuflich Kantor in Großenhain. Nun sei er sozusagen noch einmal reaktiviert worden, erzählt er und lächelt. Für ihn auch eine Herzensangelegenheit: „Mir liegt sehr daran, dass es hier ohne Brüche weitergeht.“ Dann gerät Jänke ein bisschen ins Schwärmen. „Das ist eine attraktive Stelle, mit zwei unterschiedlichen Orgeln und einem großen Chor. Gerade, wer Lust hat, mit Kindern zu arbeiten, der kann hier etwas initiieren.“ Ähnlich wie sein Vorgänger sieht sich Joachim Jänke auch eher in der Chorarbeit aufgehoben als an der Orgel. „Mein Ehrgeiz ist es, noch ein paar Kinder für die Kurrende zu gewinnen.“ In der Chorgruppe der Kleinsten singen derzeit zwölf Kinder, da sei noch mehr drin. Weil der Kirchenbezirk doch recht groß ist, bekommt Joachim Jänke noch eine Helferin zur Seite gestellt: Daniela Kimme werde einen Teil der Arbeit übernehmen, etwa den Chor in Gröba und den Kindergartenchor.

Voraussichtlich bis Ende Juni wird der 68-Jährige in Riesa und Umgebung als Interimskantor arbeiten. „Danach wird hoffentlich mein Nachfolger seinen Dienst antreten“, sagt Jänke. Denn die schlimmsten Befürchtungen haben sich offenbar nicht bestätigt: Laut Joachim Jänke hat sich auf die Stelle schon ein junger Mann beworben, der sich demnächst wohl der Kirchgemeinde vorstellen werde. Wenn alles gut geht, dann könnte er wohl zum 1. Juli offiziell anfangen. Und Joachim Jänke könnte sich wieder in den Ruhestand begeben – von den Vertretungsdiensten einmal abgesehen.