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Dresden
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International reisen, sächsisch einkaufen

Von Badesalz bis Gewürzgurken: Der neue Duty-Free-Shop am Flughafen Dresden setzt auf regionale Spezialitäten. 

Von Melanie Schröder
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Sachsen wird jetzt im Duty-Free-Shop großgeschrieben.
Sachsen wird jetzt im Duty-Free-Shop großgeschrieben. © Marion Doering

Edle Düfte von Coco Chanel treffen auf Gläser voller Gewürzgurken und Rotkraut der Marke Bautzner: Wer besondere letzte Urlaubssouvenirs und Reisemitbringsel für die Daheimgebliebenen am Flughafen sucht, wird ab sofort in Dresden fündig. Denn Sachsen wird jetzt im Duty-Free-Shop großgeschrieben. Seit Mitte März läuft der Betrieb mit regionalem Sortiment auf mehr als 300 Quadratmetern. Die offizielle Eröffnung wurde gestern gefeiert. Der Dresdner Laden soll aus der Masse der immer gleichen, standardisierten Produkte in Duty-Free-Geschäften kleiner wie großer Flughäfen herausstechen.

Das Thema Dresden zieht sich zunächst auch bei der Gestaltung des Ladens durch. An den Wänden prangen Straßennamen, die Einheimischen wie Touristen der Stadt vertraut sind: Neumarkt, Salz- und Münzgasse. Auch die Produkte, die sich in den Regalen aufreihen, kennt man nur zu gut: Nougat- und Marzipanpralinen von Viba nehmen einen eigenen Regalmeter ein, ebenso wie verschiedene Weine von Schloss Wackerbarth, Feldschlösschen-Biere oder erzgebirgische Spirituosen von Lauterbacher. Und in der Kosmetikabteilung finden sich natürlich alle möglichen Düfte der Dresdner Essenz.

Neben diesen gängigen Supermarktartikeln, die hier sogar ein wenig teurer sind, gibt es im Dresden-Duty-Free auch kleine Besonderheiten. Dazu gehört eine schmale Ecke mit Produkten der Pfunds Molkerei. Dosenweise Kondensmilch ist da hübsch drapiert, ebenso wie Käsestücke. Direkt darunter stehen durchaus etwas weniger schicke Gläser mit Fertigbolognesesoße aus dem Hause Pasta Lucia. Die Marke aus der Sächsischen Schweiz, genauer gesagt Stadt Wehlen, hat zudem ein eigenes Regal mit recht ungewöhnlichen Pastasorten: zum Beispiel Kakao- oder auch Steinpilz-Nudeln.

Auf die Idee eines regionalen Duty-Free-Shops sind die Macher des Unternehmens BERetail beim Vergleich vieler Läden gekommen. „Wir wollten Abwechslung in das teils langweilige Sortiment bringen und den Eindruck, den man in einer Stadt gesammelt hat, auch noch beim Abflug mit lokalen Spezialitäten auf den Nachhauseweg mitgeben“, sagt Martin Enk-Piepe. Er betreibt den Laden gemeinsam mit seinem Partner Frank Pieper. Auch am Berliner Flughafen Schönefeld sind sie vertreten, ebenso wie mit dem Laden Johannas Colonialwaren am Dresdner Neumarkt.

Rund 2.500 Gäste sollen nach ihrer Kalkulation am Tag in den Flughafenshop, den sie BeDUTYfree nennen, kommen. Der Start sei gut verlaufen, „wir freuen uns über viel positive Resonanz“, sagt Pieper. Die Germania-Insolvenz, die Anfang Februar bekannt wurde, bezeichnet er passend als Turbulenz. Wie sie sich jedoch auf das Geschäft auswirken wird, mag er noch nicht beurteilen. „Wir haben ja keine Vergleichszahlen. Wir müssen den Sommerflugplan abwarten“, erklärt er zum Besucherpotenzial. Und fügt hinzu: „Mit der neuen Verbindung nach London ist eine attraktive Route hinzugekommen.“

Wichtig sei ein ausgewogener Mix aus beliebten, exquisiten Produkten und regionalen Spezialitäten. So sollen viele verschiedene Kunden – vom einfachen Urlauber bis zum geschäftsreisenden Vielflieger – erreicht werden. Von 4000 Waren seien gut 500 aus Sachsen. „Damit haben wir das Angebot verfünffacht.“