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iPhone weiter nur bei T-Mobile

Der Telekom-Rivale Vodafone unterliegt vor Gericht mit seiner Klage gegen das Vertriebsmodell für das neue Handy.

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Von Martin Murphy

Hamburg. Im Streit um den Verkauf des Handys iPhone hat die Deutsche Telekom einen Sieg gegen Vodafone errungen. Die Konzerntochter T-Mobile darf das iPhone nun doch mit einem Zweijahresvertrag und einer Sperre für andere Netze anbieten. Dieses Urteil sprach gestern das Hamburger Landgericht. Es hob damit eine einstweilige Verfügung auf, die der Rivale Vodafone erwirkt hatte. Vodafone kann gegen das Urteil in die Berufung gehen.

Die Telekom will den freien Verkauf des iPhone nun schnellstmöglich wieder stoppen. Das Unternehmen hatte seit dem Erlass der Verfügung das Mode-Handy auch ohne Vertrag und Sperre für 999 Euro angeboten – statt 399 Euro mit Vertrag. Mit der elektronischen Sperre funktioniert das iPhone in Deutschland nur im Netz der Telekom. Vodafone kritisierte den Richterspruch als Nachteil für Verbraucher. Das Düsseldorfer Unternehmen befürchtet, dass andere Handy-Hersteller dem Beispiel von Apple folgen und attraktive Geräte nur noch mit einem einzelnen Partner anbieten könnten.

Tatsächlich schielen die Handyhersteller neben dem reinen Verkaufspreis auf eine Beteiligung an den Umsätzen, die mit Daten und Sprache erzielt werden. Nach dem US-Konzern Apple hat bereits Weltmarktführer Nokia Ansprüche angemeldet: Der finnische Konzern will mit eigenen Diensten vom Boom des mobilen Internets profitieren. Genau wegen solcher Begehrlichkeiten hatte Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen geklagt. Bislang ist das iPhone-Vertriebsmodell ein Novum. „Es ist ein innovativer Ansatz, der Auswirkungen auf die gesamte Branche hat“, sagt Nikolaus Mohr, Telekommunikationsexperte der Unternehmensberatung Accenture. Ein Mobilfunkmanager schränkt aber ein: „Auch in Zukunft werden die meisten Mobiltelefone ohne eine exklusive Bindung verkauft.“ Nur bei Verkaufsrennern würden die Hersteller wohl eine Beteiligung einfordern. Wichtig ist dafür neben Technik und Design das Image des Herstellers. So profitiert Apple von seiner starken Marke. „Jeder fünfte neue Vertragskunde entscheidet sich derzeit für ein iPhone“, sagt ein T-Mobile-Sprecher. Das Apple-Gerät entwickelt sich damit zu einem der am besten verkauften Mobiltelefone.

Die Bedeutung des Image hat auch Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo erkannt: „Wir wollen zur besten Marke der Welt werden“, kündigte er an. Mit mobilen Breitbandzugängen werden die Mobilfunkanbieter nach Einschätzung von Nokia zum Ende der Dekade rund 100 Milliarden Euro umsetzen. Accenture-Experte Mohr bescheinigt den Finnen gute Chancen dafür: „Nokia hat eine starke Marke. Aber auch der Einstieg von Unternehmen wie Google oder Microsoft in das Geschäft ist möglich.“

Der Konflikt um das iPhone ist für T-Mobile indes noch nicht zu Ende. Die Bundesnetzagentur untersucht nach einer Beschwerde von Debitel, ob das Vertriebsmodell nicht gegen die Mobilfunklizenzvereinbarung verstößt. Bis wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. (dpa)