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Iranischer Diplomat beantragt politisches Asyl in Norwegen

Oslo. Ein iranischer Diplomat, der sich von der autoritär-islamistischen Führung in Teheran losgesagt hat, bittet in Norwegen um politisches Asyl. Er wolle das iranische Volk und die Oppositionsbewegung unterstützen, sagte Farsad Farhangian am Dienstag vor Journalisten in Oslo.

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Oslo. Ein iranischer Diplomat, der sich von der autoritär-islamistischen Führung in Teheran losgesagt hat, bittet in Norwegen um politisches Asyl. Er wolle das iranische Volk und die Oppositionsbewegung unterstützen, sagte Farsad Farhangian am Dienstag vor Journalisten in Oslo. Farsad Farhangian war Presseattaché in der iranischen Botschaft in Brüssel und hatte sich am Freitag nach Oslo abgesetzt. Er ist bereits der dritte iranische Diplomat in diesem Jahr, der Teheran die Gefolgschaft verweigerte.

Am Montag hatte der in Helsinki tätige Hossein Alisadeh seine Arbeit aus Protest gegen die eigene Regierung gekündigt und die Absicht verkündet, in Finnland Asyl zu beantragen. Er könne den Betrug bei der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im vergangenen Jahr nicht akzeptieren, sagte er zur Begründung. Er habe zwar keine politischen Ambitionen, wolle aber Mitglied der Grüne-Welle-Bewegung werden. Die Bewegung war nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni 2009 entstanden. Die Opposition hatte Ahmadinedschad vorgeworfen, durch Wahlbetrug seine Wiederwahl gesichert zu haben. Bei den anschließenden Straßenprotesten nahm die Polizei unzählige Menschen fest. (dapd)