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Islam als „Raubtier“ beschimpft

Selten wurde bei einer Demonstration von Pegida der Islam so offen diffamiert wie am Montagabend auf dem Dresdner Theaterplatz.

© dpa

Dresden. Selten wurde bei einer Demonstration von Pegida der Islam so offen diffamiert wie am Montagabend auf dem Dresdner Theaterplatz. Gastredner Filip Dewinter von der rechtspopulistischen Regionalpartei „Vlaams Belang“ aus Belgien sprach von einem „Krieg gegen den Islam“, in dem sich Europa befinde: „Der Koran ist die Lizenz zum Töten“.

Pegida-Chef Lutz Bachmann sagte, die Redner aus Belgien stünden für die europäische Vernetzung Pegidas. Deutschland sei inzwischen umgeben von Ländern mit erstarkten rechten Parteien.

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Brüssel sei laut Dewinter die Dschihad-Hauptstadt Europas. Fünf Terroristen, die an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen seien, wären als Flüchtlinge nach Europa gereist. „Eine Armee ohne Uniform und Waffen.“ Grenzschließungen wie in Ungarn seien daher die einzige Antwort auf den islamischen Terror – „nicht weil wir die Leute außerhalb der Grenzen hassen, sondern weil wir die Leute innerhalb der Grenzen lieben“, so Dewinter. Ziel des Islam sei die Herrschaft über ganz Europa. Dabei machte er keinen Unterschied zu fundamentalistischen oder gewaltbereiten Strömungen in der Glaubensgemeinschaft. „Der Islam“ sei wie ein Raubtier bereit, sein schwächstes Opfer anzugreifen. Eine solche Schwäche sei etwa die „Multikultur“, die Dewinter „gesellschaftliche Apartheid“ nannte. Es gelte nun, die „dritte Invasion“ des Islam zum Stillstand zu bringen: „Ja, ich habe eine tiefe Angst vor dem Islam.“

Anke van Dermeersch, Senatorin von „Vlaams Belang“, verglich das Tragen von Kopftüchern islamischer Frauen mit dem Tragen des Judensterns. Der Koran unterdrücke Frauen systematisch, sehe für sie nur Rollen als Sklavinnen oder Huren vor. „Burka, Koran und Scharia stehen im Widerspruch zum Prinzip der Gleichheit von Mann und Frau.“

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