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Ist der Dynamo-Trainer verrückt?

Maik Walpurgis lässt ohne drei Kapitäne spielen. Das ist ein gutes Zeichen, kommentiert SZ-Sportredakteur Sven Geisler.

© Montage: SZ-Bildstelle

Das ist der erste Reflex: Wie kann der nur? Nun darf Maik Walpurgis natürlich alles, wenn es um die Aufstellung bei Dynamo Dresden geht. Dafür wird er als Trainer bezahlt. Überraschungen inklusive. Natürlich war es verwunderlich, dass er für das Spiel beim FC St. Pauli mit Patrick Ebert und Sören Gonther freiwillig auf zwei erfahrene Spieler verzichtet hat, zumal Marco Hartmann verletzt bis zum Jahresende fehlt. Drei Kapitäne – und keiner an Bord?

Ist das so verrückt, wie es klingt? Einerseits ja. Wer verzichtet schon freiwillig auf seine Führungskräfte? Andererseits nein. Walpurgis hat die zwei stellvertretenden Spielführer nicht ausgemustert, sondern sie zunächst nur für ein Spiel nicht von Anfang an gebracht. Das hatte – zumindest bei Ebert – den Vorteil, dass er mit ihm später einen neuen Impuls setzen konnte. Außerdem konnte er Philip Heise mit dem Amt in die Pflicht nehmen, zwei, drei andere Kandidaten standen auf dem Platz.

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Und genau das ist der entscheidende Punkt: Dynamo ist auch ohne seine drei potenziellen Leitwölfe nicht orientierungslos. Noch in der vorigen Saison wurden die Punkte gegeneinander aufgerechnet, die mit und ohne Hartmann geholt wurden. Wenn er nicht spielen konnte, waren es im Durchschnitt weniger. In der Mannschaft fehlten weitere Führungspersönlichkeiten. Wenn es davon mehrere gibt, ist es vielleicht nicht egal, wer die Binde trägt. Aber es ist auch nicht mehr wirklich entscheidend. Denn die Wunschvorstellung aller Trainer ist sowieso, dass jeder Spieler auf seine Weise ein Kapitän ist, weil er Verantwortung für den Erfolg des Teams übernimmt.

So weit ist Dynamo noch nicht, aber eine Entwicklung zu erkennen.   

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