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Riesa

Ist der Wohlstand gefährdet?

Die Einwohner in der Region werden weniger – und älter. Das bereitet auch Feralpi Sorgen.

Frank-Jürgen Schaefer, Werkleiter von Feralpi Stahl Riesa, sieht sich mit einem immer stärker werdenden Fachkräftemangel konfrontiert.
Frank-Jürgen Schaefer, Werkleiter von Feralpi Stahl Riesa, sieht sich mit einem immer stärker werdenden Fachkräftemangel konfrontiert. ©  Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Bei der Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche des Landkreises diskutierten neben Feralpi-Werksdirektor Frank Jürgen Schaefer, Personalleiter Kai Holzmüller, Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth, Ausländeramtsleiterin Barbara Schwedler und die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Riesa, Petra Schlüter. 

Zentral bei der Podiumsdiskussion waren Berichte aus dem Arbeitsalltag. So erzählten zwei Mitarbeiter des Stahlunternehmens mit syrischen und nigerianischen Wurzeln von ihren Erfahrungen. Beide absolvieren erfolgreich ihre Ausbildungen – und möchten auch künftig beim zehntgrößten Stahlhersteller Deutschlands arbeiten und in der Region bleiben.

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Das ist nicht selbstverständlich. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen – um 2032 wird die sächsische Bevölkerung unter die Vier-Millionen-Marke fallen – wird der Fachkräftemangel in absehbarer Zeit akut. Insbesondere kleinere Städte und ländliche Regionen werden den Bevölkerungsrückgang spüren. 

Besonders trifft dies Riesa, wo im gleichen Zeitraum nahezu jeder Vierte altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheidet. Zudem wird die sächsische Bevölkerung älter: Das Durchschnittsalter steigt bis 2060 auf 48 Jahre. Laut Petra Schlüter sei auch der Wohlstand der Region gefährdet, wenn durch mangelnde Fachkräfte weniger Wirtschaftsleistung erbracht werden könne.

„Wir müssen bereits jetzt aktiv an den Nachwuchs im Unternehmen denken, um mit Feralpi Stahl auch langfristig am Markt bestehen zu können“, so Personalleiter Kai Holzmüller. „Insbesondere vor den Erweiterungsinvestitionen, die Feralpi plant.“ Die Integration motivierter Mitarbeiter auch mit Migrationshintergrund sei eine zentrale Aufgabe für Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen, so Holzmüller.

Die geringe Zuschauerbeteiligung ließ die Diskussion eher zu einem Arbeitsgespräch der Beteiligten im Rahmen der Integration werden. (SZ)