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Ist er der Kretschmer-Ersatz im Angriff?

Der HC Elbflorenz will am Freitag den zweiten Heimsieg holen. Dafür müssen Handballer ran, die bisher nicht überzeugen - Spieler wie Marc Pechstein.

Marc Pechstein (links) kann den Ausfall von Nils Kretschmer in der Offensive kompensieren.
Marc Pechstein (links) kann den Ausfall von Nils Kretschmer in der Offensive kompensieren. © Robert Michael

Dresden. Bereits nach zwei Spieltagen kann Rico Göde sein Improvisations-Talent als Cheftrainer des Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz unter Beweis stellen. Oder vielmehr – er muss. Rückraum-Ass Nils Kretschmer zog sich beim ersten Auswärtsspiel der Saison einen Riss am linken Innenmeniskus zu. Am Dienstag wurde der Zwei-Meter-Mann operiert und fällt nun für mindestens vier bis sechs Wochen und damit natürlich für das zweite Heimspiel gegen den HSV Hamburg aus.

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Im Duell gegen die Hanseaten am Freitagabend ab 19.30 Uhr in der Ballsportarena muss Göde mithin gleich zwei Probleme lösen. Kretschmer gehörte sowohl im Abwehr-Block als auch im Offensivbereich zu den Führungskräften. „Die Operation ist gut verlaufen“, informierte der 37-jährige Trainer auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. „Dass er uns für die nächsten Wochen fehlt, ist sicher die bitterste Pille, die wir vom Auswärtsspiel aus Hamm mitgebracht haben“, sagt Göde, um dann, wie in solchen Personalkrisen üblich, an die Mentalität, den Stolz der restlichen Mannschaft zu appellieren. „Jetzt gilt es, noch enger zusammenzurücken. Jetzt müssen andere in die Bresche springen. Dass Nils fehlt, ist klar, aber wir werden das kompensieren“, verspricht der Dresdner Trainer.

Wen er für die eigentlichen Kretschmer-Aufgaben als Vertreter ins Auge fasst, verrät er allerdings erst auf Nachfrage. In der Abwehr könnte etwa Henning Quade die Lücken schließen, die der verletzte Kretschmer immer auf dem schmalen Grat zwischen Verwarnung und Roter Karte impulsiv verteidigte. Allerdings war Quade zum Saisonstart angeschlagen und fehlte bislang aufgrund von Adduktorenproblemen. „Henning ist auf einem guten Weg. Wir hoffen, dass wir ihn so hinbekommen, dass er uns helfen kann. Das ist eine Entscheidung, die direkt vor dem Spiel fällt“, sagt Göde.

Hamburg kommt mit der Empfehlung von zwei Erfolgen

Im Angriff hingegen gibt es sogar Optionen – genauer gesagt zwei Spieler, die nun noch mehr Spielanteile und mithin Chancen bekommen, sich beim Trainer nachhaltig aufzudrängen. „Auf der Position haben wir mit Marc Pechstein und Michal Kasal zwei Spieler, die da jetzt mehr reinmüssen. Das ist klar. Ich wünsche mir, dass beide diese Situation annehmen, sie jetzt wissen, dass sie jetzt müssen. Dann bin ich gespannt, wie sie das auf die Platte bekommen“, erklärt der Trainer, dem auch noch andere Optionen vorschweben. Der gebürtige Dresdner könnte sich beispielsweise vorstellen, bei eigenen Angriffen phasenweise mit zwei Kreisläufern für noch mehr Unruhe in der Gästeabwehr zu sorgen.

Ob das die Hamburger wirklich erschreckt, bleibt abzuwarten. Immerhin haben sich die Hanseaten mit Jens Schöngarth aus Göppingen und Tobias Schimmelbauer aus Stuttgart zwei Erstliga-Akteure geangelt und das Team von Trainer Torsten Jansen damit vermeintlich noch stärker gemacht als in der vergangenen Saison. Schon da konnten die Dresdner im Duell der Elbestädter (18:21, 24:26) nicht punkten. Und derzeit kommt Hamburg mit der Empfehlung eines 4:0-Starts in die sächsische Landeshauptstadt. „Wir wollen da gleichstellen und nach der Partie auch über 4:2 Punkte reden. Ob Hamburg stärker ist als im Vorjahr, ist mir egal. Wir wollen sie bespielen und bekämpfen und die Punkte in Dresden behalten“, sagt Göde.

Das klingt in der Theorie ziemlich einfach, dürfte am Freitagabend in der Realität deutlich schwieriger werden. Allerdings haben die Dresdner offenbar ihre Lehren aus der klaren Niederlage beim Spitzenreiter ASV Hamm-Westfalen (27:36) vom vorigen Samstag gezogen. „Wir müssen unsere Fehler minimieren, vor allem in den Abschlüssen und bei den Regelfehlern“, sagt Rechtsaußen Robin Hoffmann und bekommt für diese Erkenntnis drei kräftige Schulterklopfer seines Trainers. Den Dresdnern sind in Hamm allein 14 technische Fehler unterlaufen, dem Gegner nur vier oder fünf, sagt Göde. „Da wollen, da müssen wir unter zehn Fehler kommen. Das macht dann einfach den Unterschied“, weiß der Ex-Profi. „Wir haben in der Woche an unseren Entwicklungsfeldern gearbeitet. Hamburg kommt von der Spielanlage ähnlich daher wie Hamm. Da müssen wir in die Zweikämpfe kommen – und da alles reinhauen“, sagt er. Das ist keine Improvisation, sondern Grundvoraussetzung.