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Wirtschaft

IWH: Ost-Wirtschaft besser aufgestellt

Die neuen Bundesländer sind laut Experten nicht so stark durch Corona bedroht. Dennoch wird die Produktion sinken.

© dpa/Robert Michael (Symbolbild)

Halle. Die ostdeutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Experten nicht so stark von der Corona-Krise bedroht wie die westdeutsche. Das liege vor allem an der anderen Zusammensetzung der Wirtschaft im Osten, teilte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Mittwoch mit. 

So habe das von der Krise besonders betroffene Verarbeitende Gewerbe in Ostdeutschland mit etwa 16 Prozent Anteil an der Gesamtwirtschaft ein geringeres Gewicht als in Deutschland insgesamt (23 Prozent). Öffentliche Dienstleister, deren Produktion nach Erwartung des IWH recht stabil bleiben dürfte, spiele in der ostdeutschen Wirtschaft mit einem Anteil von 25 Prozent hingegen eine größere Rolle als im Westen (18 Prozent). 

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Außerdem sei die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland vor der Krise mit 1,3 Prozent mehr als doppelt so schnell gewachsen wie in den Alten Bundesländern (0,6 Prozent) - auch wenn das vor allem auf das Wachstum in Berlin zurückging. "Die Krise trifft Ostdeutschland in insgesamt recht guter konjunktureller Verfassung", sagte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller. 

Im laufenden Jahr rechnet sein Institut mit einem Rückgang der Produktion in Ostdeutschland von 3,4 Prozent. In einer gemeinsamen Prognose, an der auch das IWH beteiligt ist, gehen führende Wirtschaftsforscher von einem Rückgang von 4,2 Prozent in ganz Deutschland aus. Das wäre die schwerste Rezession seit der Finanz- und Wirtschaftskrise vor mehr als zehn Jahren. 

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