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„Ja, hallo erst mal“

„Ich weiß gar nicht, ob sie’s schon wussten“– aber ich bin in Pirna: Comedy-Star Rüdiger Hoffmann war der Überraschungsgast zum Pirnaer Neujahrsempfang am Freitagabend. Mit seiner ungemein gemächlichen Art witzelte er sich durch Abendprogramm. © Daniel Förster

Mit Comedy-Star Rüdiger Hoffmann startet Pirna lustig und gemächlich ins neue Jahr – und mit einer Überraschung.

Der Mann, der kurz nach halb zehn am Freitagabend zum Pirnaer Neujahrsempfang die Bühne in der Volksbank betritt, trägt ein graues Sakko, ausgewaschene Jeans, ein Sakko, sein Schritt ist gemächlich, nur keine Eile, der Mann ist so etwas wie der Erfinder der neuen Langsamkeit. Sparsam wie sein Gang ist auch der Sprachfluss, Sätze wie „Ja, hallo erst mal“ und „Ich weiß gar nicht, ob sie’s schon wussten“ haben ihn zu einem erfolgreichen Comedian gemacht. Der Mann ist Rüdiger Hoffmann, er ist der Stargast beim Empfang, die Zuschauer klatschen begeistert, und Hoffmann preist gleich die weltweite Bedeutung von Pirna. Neulich, sagt Hoffmann in bedächtigem Tempo, habe er mit seinem Freund Gisbert telefoniert und die allwöchentliche Mau-Mau-Runde abgesagt, weil er doch in Pirna gastiere. Sein Freund sei ganz neidisch gewesen und habe gesagt, dass es auch schon immer sein Traum gewesen sei, einmal im Leben Pirna zu sehen. Und Gisbert habe kürzlich Freunde in Australien besucht, und wenn die mal nach Europa kommen, dann würden sie Städte in folgender Reihenfolge besuchen: Paris, London, Pirna. Hoffmann hat die Lacher auf seiner Seite, bei jeder kleinen Geschichte, die er entschleunigt vorträgt.

So gemächlich, aber auch launig und witzig ging es auch durch den restlichen Abend. Pirna Bürgermeister Eckhard Lang nahm in seiner Rede auch mal sich und die Stadt auf die Schippe. So habe, resümierte er lakonisch, das vergangene Jahr schon mit einer Bombenstimmung begonnen – nach dem Fund einer Weltkriegsbombe im Januar auf dem Sonnenstein. Und Lang widmete sich auch dem 150-jährigen Feuerwehrjubiläum im zurückliegenden Jahr, vor allem die funkelnde und blinkende Blaulichtparade im Dezember lag ihm am Herzen. Der Vorteil der Blaulichtparade sei gewesen, sagt der Bürgermeister, dass sich die Kameraden ja fahrenderweise für den Weihnachtsmarkt keinen Parkplatz suchen mussten. Vielleicht sei dies ja Vorbild für eine neue Idee für die Besucher des diesjährigen Weihnachtsmarktes …

Lang schlug aber auch erste Töne an, weil Wichtiges gelang oder gerade entsteht. So ist Pirnas neuer Haushalt bereits genehmigt, die Anbauten an der Pestalozzi-Oberschule und am Schiller-Gymnasium laufen, die Fördermittel für die neue Kita sind da, ebenfalls die Fördermittelzusage für den Breitbandausbau, und nahezu sämtliche Flutschäden von 2013 sind inzwischen beseitigt.


Auch Volksbank-Chef Hauke Haensel blickte auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. So habe die Bank über 200 Kunden hinzugewinnen können, mittlerweile sind es beinahe 31.000. Auch die Zahl der Mitglieder – also Eigentümer der genossenschaftlich organisierten Bank – stieg um 630 auf nunmehr über 9.000. Die Summe der Gelder, die die Kunden der Bank als Einlagen anvertrauen, wuchs auf 424 Millionen Euro. Zudem reichte die Volksbank 2018 Kredite in Höhe von 70 Millionen Euro aus.

Nach den Reden gab es noch eine große Überraschung. Als plötzlich Pirnas Feuerwehrchef Peter Kammel auf die Bühne gerufen wurde, ahnte er noch nicht, dass ihm gleich eine hohe Ehre zuteilwird. Andreas Rümpel, Chef des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, verlieh Kammel das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber – die zweithöchste Ehrung für einen Feuerwehrmann in Deutschland. Mit dem Ehrenkreuz wurde Kammels langjähriger Dienst in der Feuerwehr – seit 22 Jahren Stadtwehrleiter, seit 20 Jahren Vize-Kreisbrandmeister – sowie sein ehrenamtliches Engagement als Feuerwehrhistoriker und -chronist gewürdigt. Ganz gerührt nahm Kammel die hohe Auszeichnung entgegen, er war völlig baff. Das Publikum spendete ihm einen langen, tosenden Applaus.