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Jäger wollen Schwarzwild dezimieren

Damit soll einem Ausbruch der Schweinepest vorgebeugt werden. Auch über eine Aufrüstung wurde diskutiert.

© dpa

Von Eric Mittmann

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Hartha. Die afrikanische Schweinepest breitet sich immer mehr in Europa aus. Nach Fällen in Polen, Tschechien, der Ukraine und Rumänien warnen Behörden zunehmend vor einem Ausbruch in Deutschland. „Das betrifft auch uns“, sagte Gerd Tröger während der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Hartha vergangenen Mittwoch.

Der Vorsitzende der Harthaer Genossenschaft warnte die Jäger und Landeigentümer vor den Gefahren der Krankheit. Das Virus seit zwar nicht auf Menschen übertragbar. „Kritisch wird es für uns aber, wenn sich kranke Tiere in Felder verirren, weil diese dann nicht geerntet werden können. Auch Schweinezüchter wären natürlich von einem Ausbruch betroffen und müssten im schlimmsten Fall ihre Betriebe schließen“, so Tröger.

Bei der Krankheit halte es sich um keine klassische Schweinepest. Eine Übertragung könne lediglich durch intensiven Kontakt erfolgen. „Es gibt auch Schweine, die eine Infektion überleben. Die Antikörper halten sich allerdings nur einige Wochen im Blut, dann können sie sich wieder anstecken“, erklärt Tröger.

Darüber hinaus würde sich der Virus lange Zeit in Kadavern halten. Ein Problem sehen die Jäger dabei im Wolf, der sich zwar ebenso wenig wie der Mensch anstecken, die Krankheit jedoch übertragen kann. „Wildschweine haben für gewöhnlich ein begrenztes Revier. Der Wolf hingegen ist ein Grenzgänger. Er wälzt sich im Aas und trägt die Krankheit dann weiter“, hieß es vonseiten der Jäger.

Tröger selbst hat dazu eine andere Theorie. „Wenn die Pest kommt, dann über Lkws und Rohwurstprodukte“, so der Vorsitzende.

Meldungen, der Schweinebestand müsse um 70 Prozent reduziert werden, widerlegte Tröger. „Diese Aussage war vollkommen aus dem Kontext gerissen. Das Löffler-Institut hat sich in einer Studie mit der Frage befasst, was getan werden müsste, um einen Ausbruch der Seuche in Deutschland unter Kontrolle zu bringen. Dabei sind sie zu diesem Ergebnis gekommen. Es handelt sich jedoch nur um einen theoretischen Wert, der darüber hinaus überhaupt nicht realisierbar ist.“

Die Jäger zeigten sich dennoch bestrebt, einer Ausbreitung der Krankheit entgegenzuwirken und das Schwarzwild wenn nötig zu dezimieren. Dabei kam die Diskussion auf den Einsatz von Schalldämpfern und Nachtzielgeräten. „Beides wurde allerdings vom Bundeskriminalamt verboten. Gerade bei Schalldämpfern ist dies bedauerlich.“ Die Begründungen der Ämter für ein Verbot seien oft fadenscheinig. „Eigentlich handelt es sich dabei um nichts weiter als Arbeitsschutz. Der Schusslärm ist schließlich immer da. Und ein Nachtsichtgerät darf jeder besitzen.“ Letztendlich seien die Geräte aber auch schlichtweg zu teuer, so Tröger.