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Jagdfieber zu Ostern

Eine Gästeführung in Moritzburg zur Jagd in barocken Zeiten und ein neuer Hofladen beim Radebeuler Winzer Aust.

© Kristina Kroemke

Von Stephan Hönigschmid

Moritzburg. So macht der Osterspaziergang Spaß. Pünktlich zum Ostersonntag hat die Moritzburger Touristinformation unter dem Titel „Von der hohen Jagd“ einen neuen Rundgang gestartet. Trotz windig-kaltem Wetter waren bei der Premiere zwölf Teilnehmer vor Ort, darunter fünf Kinder. Und gerade die Kleinen kamen bei der Tour rund ums Moritzburger Schloss voll auf ihre Kosten. Der Grund: Kein geringerer als Graf von Brühl führte im prächtig barocken Kostüm durch das Areal.

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Winzer Friedrich Aust begrüßt Gäste vor seinem Gutsladen.
Winzer Friedrich Aust begrüßt Gäste vor seinem Gutsladen. © Martin Förster

Anstatt trockenes Wissen aus Geschichtsbüchern vorzutragen, verpackte Darsteller Falk Schumann von der Firma Barokkokko seine Kenntnisse in kleine, gut verdauliche und amüsante Anekdoten. Unter anderem erfuhren die Gäste auf diese Weise den Unterschied zwischen der Hohen und der Niederen Jagd. So war Letztere auf Tiere wie Hasen, Füchse, Rehe und kleines Wild beschränkt und durfte vom Landadel betrieben werden. Verwehrt war diesem hingegen die Hohe Jagd, die ausschließlich den hochadeligen Landesherrn vorbehalten war und sich auf größere Tiere mit Hörnern sowie auf Bären und Wölfe konzentrierte.

Bevor es jedoch in den Wald ging, hieß es im Schloss für die eintreffenden Herrschaften erst einmal: Bier oder Wein? Getrunken wurde aus einem Hirschgeweih, das einmal sogar dem frisch geborenen Friedrich Christian von Sachsen gereicht beziehungsweise verabreicht worden sein soll, als dieser kurz nach seiner Geburt keinen Laut von sich gab. Wie Graf von Brühl den Besuchern berichtete, hätten seit diesem Ereignis alle neu geborenen Wettiner zur Geburt einen Schluck Wein bekommen.

Obwohl auch die anwesenden Kinder den Geschichten aufmerksam lauschten, hatten sie vor allem Freude daran, als es wenig später zum Armbrustschießen ging. Ein aufgestellter Adler aus Holz und Pappe musste getroffen werden. Und das klappte erstaunlich gut. Die ersten drei Kinder trafen auf Anhieb, während der erste Erwachsene daneben schoss.

Ähnlich war das auch beim Jagdhorn blasen, das den Kindern scheinbar mühelos von der Hand ging. Bei so viel Ablenkung störte es auch nicht, dass der Wind immer stärker blies. Die Zeit verging im Nu und Sprecherin Kristina Kroemke von der Moritzburger Kulturlandschaft zog ein positives Fazit: „Obwohl Schnee und Regen angesagt waren, freuen wir uns, dass so viele Gäste gekommen sind. Künftig wird die Führung alle 14 Tage sonntags um 14.15 Uhr angeboten.“ Die Führung dauert 90 Minuten (Erwachsene 15 Euro).

Wer es zu Ostern etwas ruhiger haben wollte, wurde ebenfalls fündig und konnte sich bereits am Sonnabend im neuen Gutsladen von Karl Friedrich Aust in Radebeul auf das Fest einstimmen. Obwohl dieser eigentlich erst im Sommer offiziell eröffnet wird, wollten etwa 100 Gäste beim sogenannten „Pre-Opening“ dabei sein. „Wir möchten die Weinberatung vom Restaurantbetrieb trennen und haben daher jetzt einen eigenen Ort geschaffen. Wir reagieren damit auch auf den zunehmenden Tourismus in der Oberlößnitz“, sagt Karl Friedrich Aust, der zur Eröffnung die Weinsorte Kerner ausschenken ließ.

www.kulturlandschaft-moritzburg.de