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Jahr der Wahrheit für den Sachsenhof

Mit den neuen Betreibern steht das Haus den Nossenern wieder offen. Bis Jahresende müssen Nebenkosten erwirtschaftet werden. Dann wird es spannend.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

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Nossen. Der Sachsenhof ist eine Herzensangelegenheit. Das sagen Manuela Zschörnig und Maik Haßfurt unisono. Man darf es ihnen glauben. Schon viele Jahre vor der umfangreichen Sanierung im Jahr 2012 hatten sie Veranstaltungen geplant und durchgeführt, Kontakt zu den einstigen Besitzern gehalten und nach Ideen gesucht, langfristig Leben in das Veranstaltungshaus im Herzen der Stadt zu bringen.

Zusammen mit weiteren Mitstreitern versuchten sie innerhalb der einstigen IG Sachsenhof, einen Traum am Leben zu halten, der sich im Wunsch der Nossener nach einem Vereinshaus manifestierte. Nämlich der Sanierung mit Fördermitteln des Freistaates den Weg zu ebnen und den Sachsenhof in die Hände der Stadt zu geben.

Es klappte. „Bei aller Freude darüber lief die Zeit danach nicht so, wie wir und viele Nossener es sich erhofft hatten“, sagt Maik Haßfurt, der die neue Betreiberin Manuela Zschörnig im Sachsenhof unterstützt. Zusagen der Stadt an den Musiker und die Veranstalterin, dass die beiden nach der Sanierung zwei bis drei Höhepunkte im Jahr im Sachsenhof organisieren können, interessierten den Pächter Ronald Kühn wenig. „Die Vereinbarung von Ihnen und der Stadt ist nicht mein Problem“, zitiert Haßfurt den Tanzlehrer, dessen Vertrag die Stadt Ende letzten Jahres nicht verlängerte.

Über diese Haltung Kühns und sein Bestreben, eher ein Ball- statt ein Vereinshaus zu etablieren, sind Maik Haßfurt und Manuela Zschörnig enttäuscht. „Aber wir wollen jetzt keine schmutzige Wäsche waschen, sondern nach vorne schauen“, sagt die 46-Jährige. Schließlich kam die Chance, den Sachsenhof zu betreiben, eher unerwartet. Im Sommer 2017 scheiterten die beiden mit ihrem Konzept vor dem Nossener Stadtrat knapp gegen den Gastronom Günter Hühne (die SZ berichtete). Alles schien entschieden. Doch im November platzte der Deal, Hühne sah sich durch den Pachtvertrag zu hohen Risiken ausgesetzt.

„Da sind wir wieder mit der Stadt ins Gespräch gekommen“, erzählt Zschörnig. Gemeinsames Ziel sei es nun, bis Ende des Jahres „zurück auf die Beine zu kommen“. Das heißt konkret: Die Betreiber vermieten den großen oder kleinen Saal oder andere Räume an Nossener Vereine und sonstige Interessenten, planen eigene Veranstaltungen und sind als Ansprechpartner immer vor Ort, wenn etwas los ist. „Wir haben schon jetzt Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag Yoga - oder Tanzgruppen im Haus, planen an Ostern zwei Tanzveranstaltungen im großen Saal“, erläutert Maik Haßfurt. Dem im Hauptberuf als Lkw-Fahrer tätigen Nossener und Manuela Zschörnig müsse es zunächst gelingen, die Nebenkosten abzudecken und bis Anfang 2019 eine schwarze Null zu schreiben. So sei die Vereinbarung mit der Stadt. „Dabei ist es für uns ein Vorteil, dass wir nicht vom Sachsenhof leben müssen, also nicht ständig an den größten Gewinn denken“, sagt Haßfurt. Wichtiger sei das Versprechen an die Nossener, wieder ein Bürger- und Vereinshaus in der Stadt zu haben. Daran wollen sich die Betreiber messen lassen.

Und nach dem Jahr? „Dann werden monatliche Kosten für eine Reparaturrücklage anfallen, die wir zu tragen haben. Vorher müssen wir Geschirr und Besteck neu anschaffen“, so Haßfurt. Zum Glück seien kaum Umbaumaßnahmen im Sachsenhof nötig, so lasse sich Geld sparen. Auch eine Veranstalterhaftpflicht habe man abgeschlossen. Bei größeren Veranstaltungen werde man in der Regel die Getränke organisieren, dafür und für den Eintritt Geld einnehmen. Caterer könnten die Mieter selbst auswählen. „Wir wollen das Entgegenkommen und Vertrauen der Stadt nicht enttäuschen“, sagt Manuela Zschörnig. Dafür spricht auch die Liste der Veranstaltungen, die auf jeden Fall wieder regelmäßig im Sachsenhof stattfinden sollen. So die Nossener Lesenacht, der Neujahrsempfang, das Herbstfest des Gewerbevereins oder eine Silvesterveranstaltung.