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Jakob Böhme wird abgesetzt

Die Arbeiten am Denkmal des Philosophen im Görlitzer Park des Friedens haben begonnen. Künftig steht es im Wasser statt im Grünen.

© Pawel Sosnowski

Von Ingo Kramer

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Görlitz. Jakob Böhme ist eingezäunt. Oder besser gesagt: Das Denkmal des Philosophen im Park des Friedens unweit der Hochschule ist es. Arbeiter haben einen Graben geschachtet. „Dort werden sie nach Ende der Frostperiode Wasser- und Abwasserleitungen verlegen“, sagt Reynard Werling vom Sachgebiet Stadtgrün im Rathaus. Künftig nämlich soll der Brunnen, in dem das Denkmal steht, wieder ein Brunnen sein.

Das war er noch nie, seitdem er in den 1970er Jahren an diese Stelle versetzt worden ist. Stattdessen war das Becken mit Erde verfüllt und einer Dauerbepflanzung begrünt worden. Seit Oktober aber läuft die mit EU-Mitteln geförderte Sanierung des gesamten Parks – und in dem Zug wird der Brunnen wieder zum Brunnen, mit neu abgedichteten Fugen und allem, was dazu gehört. „Anfang März wird Böhme abgesetzt“, sagt Werling. Das sei nötig, um die Wasserverteilung im Brunnen zu erneuern. Eine Restaurierung der Figur ist hingegen nicht geplant: „Das ist schon in den 1990er Jahren passiert.“ So kann Böhme also wieder auf seinen Sockel zurückkehren, wenn die Wasserverteilung erneuert ist.

Im Herbst wurden im Park bereits Bäume und Sträucher gefällt. Auch die neue Regenentwässerung ist zum Teil schon verlegt worden. Ein paar Arbeiten können trotz der Kälte auch in dieser Woche stattfinden, etwa der Abriss des alten Trafo-Häuschens, das direkt unterhalb des Böhme-Denkmals an der Brückenstraße stand. „Es war schon lange ungenutzt und für den Park ein Störfaktor“, sagt Werling. An seiner Stelle werden nun drei Bäume gepflanzt, eine Ulme an der Straße und zwei eingerückte Buchen. An anderen Stellen im Park sollen sechs weitere Bäume gepflanzt werden. Auch am Bolzplatz laufen momentan Abrissarbeiten: Das alte Pflaster wird entfernt, eine niedrige Mauer abgetragen. Diese Ecke soll schöner gestaltet werden, etwa mit einer Sitzstufe aus Betonelementen und mit Holzauflage. „Beim Bolzplatz selbst sanieren wir dagegen nur die Deckschicht“, erklärt Werling.

Die meisten Arbeiten, vor allem an den Wegen, beginnen allerdings erst nach der Frostperiode. Alles in allem kostet der Bau 740 000 Euro, inklusive der Planungsleistungen sogar 870 000 Euro. Bis Ende Juni oder Anfang Juli wollen die Firma Görlitzer Gleis- und Tiefbau und ihre Subunternehmer mit allen Arbeiten fertig sein. Auf jeden Fall rechtzeitig, damit Böhmes Brunnen noch in dieser Saison sprudeln kann.