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Jakobstraße wird zur Knöllchenfalle

Barbecue-Wirt Andreas Nixdorf hat öfter zahlen müssen. Die Stadt macht keine Ausnahme.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Matthias Klaus

Görlitz. Eng, enger, untere Jakobstraße: Seit rund um den Postplatz gebaut wird, hat sich die Piste zu einem Nadelöhr für Autofahrer in der Stadt entwickelt – neben anderen. Aus Richtung Zentrum, Parkhaus City-Center schiebt sich der Verkehr gen Süden. Vor allem zum Feierabend ist die untere Jakobstraße eine Herausforderung für Autofahrer, zumal auch noch Radfahrer in der Lücke zwischen den parkenden Autos entgegenkommen können. Aber nicht nur Fahrzeuglenker sind von der Verkehrssituation genervt, sondern auch Anlieger, Gewerbetreibende.

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Andreas Nixdorf in seinem Barbecue an der Jakobstraße.
Andreas Nixdorf in seinem Barbecue an der Jakobstraße. © Nikolai Schmidt

Einer davon ist Andreas Nixdorf. Er betreibt das Barbecue an der Ecke Straßburgpassage. Sein Problem: Andreas Nixdorf weiß mit seinen Lieferfahrzeugen nicht wohin. „Das Be- und Entladen ist eine echte Herausforderung“, sagt er. Denn das passiert dort, wo eigentlich nicht geparkt werden darf. „Aber ich kann die Waren ja nicht vom Wilhelmsplatz beispielsweise herüber- oder hinüberschleppen. Das Auto muss schon vor der Tür stehen“, sagt Andreas Nixdorf.

Und wenn so etwas passiert, sind die Kollegen vom Görlitzer Ordnungsamt nicht weit. „In einem Jahr habe ich rund 200 Euro für Knöllchen an die Stadt gezahlt“, sagt er. Das Thema Barbecue an der Jakobstraße und die zugehörige Park-Situation war jetzt sogar im Stadtrat. Bürgermeister Michael Wieler sagt, die Park- und Verkehrssituation in der Innenstadt sei wegen der Bauarbeiten auch nicht so, wie es sich die Verwaltung wünscht. Nichtsdestotrotz könne es keine Ausnahmen gerade beim Parken geben. Denn: Wenn eine Ausnahme gemacht würde, würden andere auch auf dieser bestehen. Generell scheint der ausgeklügelte Plan der nacheinander ablaufenden Baustellen in der Innenstadt nicht mehr zu funktionieren. Es gibt mittlerweile parallel laufende Vorhaben. Zuweilen bekomme die Stadt selbst erst recht kurzfristig Kenntnis von den Arbeiten Dritter. Die Folgen: Stop-and-go-Verkehr, zuweilen sogar Stillstand.

Andreas Nixdorf hat das Geschäft an der Jakobstraße Anfang März vergangenen Jahres eröffnet. Er war fast von Anfang an dabei, als das Barbecue startete. Zunächst arbeitete er als Koch. Im Dezember 2015 hieß es dann, aus „betriebstechnischen Gründen“ sei die Gaststätte geschlossen. Die damaligen Chefs hatten sie dicht gemacht. Für Andreas Nixdorf stand fest: Ich übernehme. Die Neueröffnung verzögerte sich etwas, Verträge mussten ausgehandelt, unterschrieben werden. Es sei schon immer Ziel gewesen, erzählte er damals, sein eigener Chef zu werden. Dass es mit seinem Arbeitsplatz geklappt hat, sieht er als Glücksfall.

Weniger glücklich ist er nun über die Knöllchen, die er zahlen muss. „Eine Anwohnerparkerlaubnis bekomme ich leider nicht“, so Andreas Nixdorf. Der Grund: Er wohnt selbst nicht auf der Jakobstraße. Vielleicht, so überlegt er, könnte die Stadt ja etwas ähnliches für Gewerbetreibende einführen, eine Gewerbe-Parkerlaubnis. „Das wäre doch mal was“, sagt Andreas Nixdorf.