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Januar-Flaute auf dem Arbeitsmarkt

Zu Beginn des neuen Jahres waren wieder mehr Oberlausitzer ohne Job. Und im Zahlenwerk fehlen ab sofort zwei Städte.

© dpa

Von Tilo Berger

Wie geht's Brüder

Eine Reportagereise durch Osteuropa 30 Jahre nach dem Umbruch auf Sächsische.de

Im ersten Monat des neuen Jahres waren im Arbeitsagenturbezirk Bautzen insgesamt 22 010 Frauen und Männer ohne Job registriert. Das waren 1 954 mehr als im Dezember 2017, aber 3 248 weniger als vor zwölf Monaten. Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn verwundert nicht, er wiederholt sich regelmäßig. Der Chef der Arbeitsagentur Bautzen, Thomas Berndt, erklärt die Gründe: „Das ist auf saisonale Effekte, vor allem in wetterabhängigen Außenberufen, zurückzuführen. Gleichzeitig endeten befristete Arbeitsverträge zum Jahresende. Diese Entwicklung ist jahreszeitlich typisch und meist nur von kurzer Dauer.“

Die Agentur betreut etwa jeden dritten der 22 010 Arbeitslosen, also meist Personen, die weniger als ein Jahr ohne Job sind. Die Jobcenter der beiden Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten zusammen knapp 14 800 Arbeitslose in der Grundsicherung. Meist handelt es sich um Langzeitarbeitslose. 2,3 Prozent aller Arbeitslosen sind Flüchtlinge. Ihre Zahl sank von Dezember auf Januar um 21 auf aktuell 508.

Nur ein Teil der Wahrheit
„Niemand wird in der Statistik versteckt“, betonte Thomas Berndt am Mittwoch vor der Presse und stellte damit klar, dass die Zahl der registrierten Arbeitslosen nur ein Teil der Wahrheit ist. Genau gesagt: 78,6 Prozent der Unterbeschäftigten. „Die Unterbeschäftigung, also die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 28 012 Personen“, berichtete der Agenturchef.

Allein 1 410 Frauen und Männer nahmen im Januar an Weiterbildungen teil, 1 071 durchliefen eine sogenannte Aktivierung für den Arbeitsmarkt, 405 waren krank gemeldet. Sie gelten als unterbeschäftigt, aber nicht als arbeitslos.

Beim Blick auf die Arbeitsmarkt-Statistik fällt ein Unterschied zu bisherigen Veröffentlichungen auf: Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Bischofswerda und Radeberg gibt es nicht mehr, sie wurden Ende 2017 geschlossen – sie hatten immer weniger Besucher. Die Zahlen für Bischofswerda fließen jetzt mit in die der Geschäftsstelle Bautzen ein, die Radeberger Zahlen bei Kamenz.

Die Geschäftsstelle Kamenz meldete aktuell 2 419 Arbeitslose. Das waren 276 mehr als im Dezember 2017, aber 359 weniger als vor zwölf Monaten.