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Januar-Flaute auf dem Arbeitsmarkt – aber es gibt auch freie Stellen

Zu Jahresbeginn waren mehr Oberlausitzer ohne Job. Im Zahlenwerk fehlen zwei Städte.

© Sz-Archiv / Uwe Jordan

Im Januar 2018 waren im Arbeitsagenturbezirk Bautzen insgesamt 22 010 Frauen und Männer ohne Job registriert. Das waren 1 954 mehr als im Dezember 2017, aber 3 248 weniger als vor zwölf Monaten. Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn verwundert nicht, er wiederholt sich regelmäßig. Der Chef der Arbeitsagentur Bautzen, Thomas Berndt, erklärt die Gründe: „Das ist auf saisonale Effekte, vor allem in wetterabhängigen Außenberufen, zurückzuführen. Gleichzeitig endeten befristete Arbeitsverträge zum Jahresende. Diese Entwicklung ist jahreszeitlich typisch und meist nur von kurzer Dauer.“

Arbeiten in Görlitz

Ob Arbeitsplatz, Ausbildung, Studium, Job für zwischendurch, Freiwilligendienst oder Ehrenamt: In Görlitz gibt es jede Menge gute Jobs!

© SZ-Grafik

Die Agentur betreut etwa jeden dritten der 22 010 Arbeitslosen, also meist Personen, die weniger als ein Jahr ohne Job sind. Die Jobcenter der Kreise Bautzen und Görlitz registrierten zusammen knapp 14 800 Arbeitslose in der Grundsicherung.

„Niemand wird in der Statistik versteckt“, betonte Berndt gestern vor der Presse und stellte damit klar, dass die Zahl der registrierten Arbeitslosen nur ein Teil der Wahrheit ist. Genau gesagt: 78,6 Prozent der Unterbeschäftigten. „Die Unterbeschäftigung, also die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 28 012 Personen“, berichtete der Agenturchef. Allein 1 410 Frauen und Männer nahmen im Januar an Weiterbildungen teil, 1 071 durchliefen eine sogenannte Aktivierung für den Arbeitsmarkt, 405 waren krank gemeldet.

Die Geschäftsstelle Weißwasser meldete übrigens aktuell 1 950 Arbeitslose. Das waren 193 mehr als im Dezember 2017, aber 307 weniger als vor zwölf Monaten.

Beim Blick auf die Statistik fällt gegenüber bisherigen Veröffentlichungen auf: Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Bischofswerda und Radeberg gibt es nicht mehr, sie wurden Ende 2017 geschlossen – sie hatten immer weniger Besucher. Die Zahlen für Bischofswerda fließen jetzt mit in die Geschäftsstelle Bautzen ein, die Radeberger Zahlen bei Kamenz.

Zur Arbeitskräftenachfrage sei ergänzt: Aktuell können die Mitarbeiter der Arbeitsagentur insgesamt auf 4 088 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen vermitteln. Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (902), dem verarbeitenden Gewerbe (871), dem Gesundheits- und Sozialwesen (451), dem Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (384) sowie dem Baugewerbe (281) zu besetzen.