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Januar macht dem Winter keine Ehre

Er war zu warm und zu dunkel. Schnee gab es nicht. Dafür war es aber stürmisch.

© Stadtverwaltung Löbau

Von Andreas Herrmann

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Region. Das Wetter im Januar war vor allem eines: außergewöhnlich mild. Schönes Winterwetter oder gar einen Hochwinter hatte der Januar nicht zu bieten. Dafür zog ein Sturmtief über die Oberlausitz hinweg und sorgte teils für beträchtliche Schäden. Außerdem war es ziemlich grau am Himmel. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es in Deutschland noch nie so trüb gewesen wie bisher in diesem Winter.

Lausitz liegt im Trend

Der Januar ist natürlich ein Monat mit geringer Sonnenscheindauer, seit 1951 mit den Messungen begonnen wurde. Das hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) ermittelt. Aber 2018 zeigt er eine ganze Reihe von Grenzwerten. Gilt das auch für die Oberlausitz? Ja, sie liegt in diesem Trend. In der ersten Monatshälfte betrug die an der Wetterstation Bertsdorf-Hörnitz gemessene Sonnenscheindauer im Durchschnitt gerade einmal 1,1 Stunden pro Tag. In der zweiten Monatshälfte war es nur geringfügig mehr. Die lokalen Daten der vergangenen Jahre geben dabei kontinuierlich mehr Sonne an als in diesem Jahr. Berechnet wird das beim DWD auch über die Ermittlung der sogenannten Globalstrahlung. Das ist die am Erdboden empfangene Sonnenstrahlung , gemessen in Kilowattstunden je Quadratmeter. Diese war im Januar im Vergleich zu den letzten Jahren und Jahrzehnten rückläufig. Die Globalstrahlung ist auch die Eingangsgröße für Ertragsberechnungen von Photovoltaikanlagen. Schlechte Sonnenernte also im Januar.

Wenig winterlich waren auch die Temperaturen. Lediglich an fünf Tagen herrschten Minusgrade im Tagesmittel, informiert die Wetterstation Bertsdorf-Hörnitz. Sie gibt für den 14. Januar mit minus 6,2 Grad in der Nacht das absolute Temperaturminimum des Monats an. Dafür betrug das Maximum des Monats am 9. Januar immerhin 10,9 Grad, und auch durchschnittlich erreichten die Tageshöchsttemperaturen zwischen drei und sechs Grad. Die Niederschläge bewegten sich laut Wetterstation Jonsdorf an zwei Tagen oberhalb der Zehn-Millimeter-Grenze. Am 3. Januar fielen immerhin 26,6 Millimeter, allerdings als Regen. Neuschnee meldete das Zittauer Gebirge (Wetterstation Jonsdorf) an sieben Tagen. Der Schnee dort fiel allerdings eher spärlich und nur an einem Tag mit 13 Zentimetern im zweistelligen Zentimeter-Bereich.

Dann kam der Sturm

Doch dann tobte der Wind. Ab der Nacht zum Donnerstag der dritten Januarwoche zog Sturmtief „Friederike“ von Norden kommend über Sachsen und erreichte am 18. Januar in der Oberlausitz Windspitzen bis zu 25,3 Meter je Sekunde (Wetterstation Bertsdorf-Hörnitz). In der Windstärkenskala, die bis 12 geht, ist das immerhin Windstärke 9 bis 10. Dadurch kam es auch zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr des Trilex. Eine Verminderung der Streckengeschwindigkeit und schließlich die Einstellung des Zugverkehrs waren die Folgen. Von Dresden her lief in Sachen Züge nach Löbau oder Zittau nichts mehr, auch wegen der umgefallenen Bäume. In Dresden gestrandete Reisende erhielten Taxigutscheine und machten sich per Autobahn auf den Weg in die Oberlausitz. Doch auch hier hatte der Sturm schon zugeschlagen. Verbindungsstraßen waren gesperrt und die Feuerwehr im Dauereinsatz. Der Monat endete fast so, wie er begann. Am letzten Wochenende blieb in Löbau der Himmel morgens grau, und es regnete bei Werten von 2 Grad. Nachts war die Wolkendecke geschlossen, und die Temperatur sank nicht unter die Null-Grad-Grenze. Ähnlich zeigte sich das Wetter in Zittau, wo es aber ein wenig stärkere Windböen gab.