Merken

Jede Stange einen Biss wert

Nach einem verhaltenen Start mit kühlen Temperaturen ist die Spargelernte jetzt in vollem Gange. Auch in Ponickau läuft die Ernte auf Hochtouren.

Teilen
Folgen
© Klaus-Dieter Brühl

Von Catharina Karlshaus

Ponickau. Elizabeth Schöne ist zufrieden. Schlank und schön mit weißen Köpfen liegen sie vor ihr. Zwar noch ein wenig beschmutzt von der Erde, aber das kann bei erntefrischem Spargel vom Feld schließlich auch nicht anders sein. Die Stangen, welche die studierte Gartenbauerin in ihren Händen hält, sind gewissermaßen die Heidi Klums des begehrten Saisongemüses. 16 Millimeter Durchmesser, nicht zu dünn und nicht zu dick. „Genauso wollen wir ihn haben unseren Spargel“, sagt Elizabeth Schöne vom gleichnamigen Hof in Ponickau und lacht.

Rumänische Erntehelferinnen beim Sortieren der Spargelstangen.
Rumänische Erntehelferinnen beim Sortieren der Spargelstangen. © Klaus-Dieter Brühl

Die 24-Jährige kann sich in der Tat ein Urteil über die Qualität bilden. Dreimal in Folge durfte sie den Titel Spargelkönigin tragen und ist abgesehen von ihrer fachlichen Ausbildung mit Erdbeeren, Kürbis und natürlich auch dem Spargel aufgewachsen. In diesem Jahr, so Elizabeth Schöne, habe er aufgrund des viel zu kalten Aprils zunächst ein paar Bauchschmerzen bereitet. Gut zehn Tage im Verzug befinde sich das Großaufgebot an Helfern aufgrund von niedrigen Temperaturen und Regen. Mittlerweile sei die Ernte der insgesamt sieben Hektar großen Felder in Böhla bei Ortrand und Naundorf aber in vollem Gange. Das warme Wetter vor Pfingsten und die Sonne um Himmelfahrt habe das edle Gemüse wachsen lassen. So gut, dass momentan zwischen 800 und 1 000 Kilogramm pro Tag auf den Hof nach Ponickau transportiert würden.

Vom Anhänger abgeladen, werden die Stangen zu jenen Frauen gebracht, die dem Spargel letztlich zu dem attraktiven Aussehen verhelfen, das in den Kunden Begehrlichkeiten weckt. Vorsichtig wird er zunächst in eine Maschine gelegt, in welcher der Spargel von den mitunter holzigen Enden befreit wird. Dazu noch eine intensive Waschung mit Wasser – und schon schaut der potenzielle Begleiter von Schnitzel, Zunge oder Lachs verkaufsbereit aus. Damit er das tatsächlich für jedermanns Geschmack wird, werden die Stangen noch nach ihrer Größe, Umfang und Beschaffenheit sortiert. Kein Wunder also, dass beispielsweise im benachbarten Hofladen, aber auch in den Verkaufsstellen bis hin nach Moritzburg eine Vielzahl an Spargel angeboten wird. Gleich nun, ob schmal, etwas opulenter, blütenweiß oder mit rosa Färbung an den Spitzen: Die Qualität in diesem Jahr lasse nichts zu wünschen übrig. „Wir sind sehr zufrieden“, bekennt Elizabeth Schöne. Ob die Ponickauer um Geschäftsführer Holger Schöne es letztlich auch mit der Menge sein werden, bleibt indes abzuwarten. Bis zum Ende der Saison am 24. Juni bleibt ja noch etwas Zeit. Und viele Spargelstangen sind noch im Boden.

Am 29. Mai ab 11 Uhr wird in Ponickau eine Spargelparty mit neuen Spargelgerichten zubereitet von Service-Fischer und einer großen Live Kochshow gefeiert.

Zudem gibt es Live Musik, eine Technikausstellung, eine Strohhüpfburg sowie Kaffee und Kuchen.