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Jede zehnte Brücke in Sachsen ist marode

Der Zustand der Brücken hat sich zwar stetig verbessert. Aber über die Hälfte ist noch immer in keinem guten Zustand.

© Sven Ellger

Von Andrea Schawe

Dresden. Brücke gesperrt: In Dresden hat die dringend nötige Sanierung der Augustusbrücke begonnen. An dem fast 107 Jahre alten Bauwerk sind Sandsteine rissig oder drohen abzustürzen. Der erste Brückenbogen über dem Dresdner Terrassenufer ist so marode, dass er abgerissen und erneuert werden muss. Die Elbquerung ist allerdings nur eine von vielen Brücken in Sachsen, die sanierungsbedürftig ist. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.

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Fast jede zehnte Brücke in Sachsen ist demnach marode. 60 der etwa 850 Bauwerke an Bundesstraßen sind in einem nicht ausreichenden oder ungenügenden Zustand. An den Staatsstraßen sind es 180 Brücken – mehr als elf Prozent der etwa 1 550 Brücken, die es laut Landesverkehrsplan an Sachsens Staatsstraßen gibt. Zusätzlich sind nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums mehr als 100 Brücken an Autobahnen und Bundesfernstraßen in Sachsen marode. Dazu kommen noch solche an Kreis- und Gemeindestraßen.

Die Bauwerksprüfer beurteilen die Brücken alle drei Jahre auf ihre Stand- und Verkehrssicherheit sowie Widerstandsfähigkeit. Der Zustand der sächsischen Brücken hat sich in den letzten Jahren allerdings stetig verbessert. Etwa ein Drittel wird mit sehr gut oder gut bewertet. Jedoch sind mehr als die Hälfte der Brücken an Staats- und Bundesstraßen in Sachsen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nur in befriedigendem oder ausreichendem Zustand.

Deutschlandweit ist der Gesamtzustand der Brücken nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums bedenklich. Derzeit müssen rund 2 550 Brückenabschnitte dringend saniert werden. Mit einem Sonderprogramm soll gegengesteuert werden. Bis zum Jahr 2018 stehen für Modernisierung und Erhalt von Brücken etwa 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Wie hoch der Bedarf in Sachsen ist, um alle Brücken mindestens in einen guten Zustand zu versetzen, kann das sächsische Verkehrsministerium nicht sagen. Derzeit erarbeite man eine Ausbau- und Erhaltungsstrategie für die Staatsstraßen, so ein Sprecher. Sie soll bis Ende des Jahres vorliegen. Um die Brücken zu erhalten, werden laufend Arbeiten durchgeführt – je nachdem, in welchem Zustand sie ist. In diesem Jahr hat der Freistaat etwa zwölf Millionen Euro für Brücken an Bundesstraßen vorgesehen, für Staatsstraßenbrücken sind 20 Millionen Euro eingeplant.

Eines der größten Vorhaben des Freistaats ist der Neubau der Zschopaubrücke an der Bundesstraße 175 in der Nähe von Döbeln. Drei Millionen Euro sollen investiert werden.