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Döbeln
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Jeder fünfte ist in einem Sportverein 

Die Stadt hat viele Sporttalente, die auf vorderen Rängen landen. Ohne freiwillige Helfer im Hintergrund geht es aber nicht.

Von Jens Hoyer
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Wolfgang Bahner ist gemeinsam mit Frank Finsterbusch und Heiko Griesbach (beide nicht auf dem Bild) für sein Engagement in der Schwimmabteilung des ESV Lok Döbeln geehrt worden.
Wolfgang Bahner ist gemeinsam mit Frank Finsterbusch und Heiko Griesbach (beide nicht auf dem Bild) für sein Engagement in der Schwimmabteilung des ESV Lok Döbeln geehrt worden. © Lars Halbauer

Döbeln. Die Stadt Döbeln hat ihre erfolgreichen Sportler geehrt. Und nicht nur die. Unter den Ausgezeichneten waren auch viele Leute, die sich seit vielen Jahren um Organisation und Trainingsbetrieb in den Vereinen kümmern. 

Wolfgang Bahner (67) ist einer von ihnen. „Ich habe mein ganzes Leben lang Jugendarbeit gemacht“, sagte Bahner, der ehrenamtlich in der Schwimmabteilung des ESV Lokomotive Döbeln arbeitet. „Wir haben etwas 60 Schwimmer und sechs Trainer. 

Zum Training am Montag sind in der Regel um die 40 Kinder da“, sagte Bahner, der eine Gruppe Mädchen im Alter zwischen 8 und 17 Jahren betreut. „Die Älteste arbeitet schon als Übungsleiterin mit. Die müssen aus den eigenen Reihen kommen“, sagte Bahner.

Er selbst war mehr oder weniger zufällig in den Sportbetrieb hineingerutscht. „Mein Sohn hat den Schwimmsport betrieben und ich habe ihn begleitet. Irgendwann bin ich gefragt worden und habe ja gesagt“, erzählte Bahner. 

Die Schwimmer gehörten erst zu Dynamo Döbeln, später zum Polizeisportverein. Nach der Wende wechselten sie zum Eisenbahnersportverein. „Bei uns waren viele Eisenbahner“, sagte Bahner. Er selbst hatte 47 Jahre bei der Bahn als Elektriker, Lokführer und Lokdienstleiter gearbeitet. 

44 Jahre davon im Schichtbetrieb. Für den Schwimmsport fiel immer noch Zeit ab. „Ich habe den Trainerschein und eine Kampfrichterausbildung gemacht“, erzählte Bahner, der eigentlich aus dem Radsport kommt.

Der Döbelner Schwimmverein war immer die große Konkurrenz. „Wir hatten die Breite. Die hatten die Spitzenschwimmer“, sagte Bahner. Der Wettkampfbetrieb spiele heute eher eine untergeordnete Rolle „Wir treten bei kleineren regionalen Wettkämpfen an. Meistens gegen die Roßweiner.“

Die Stadt ehrte eine ganze Reihe erfolgreicher Sportler von Handball bis Bogensport und Casting – auch als Repräsentanten der Stadt, die Döbeln über die Region hinaus bekannt machen. Sie hatten bei Wettbewerben vordere Plätze belegt und stellen auch Landes- und Deutsche Meister in ihren Sportarten.

Fast 20 Prozent der Einwohner Döbelns treiben organisierten Sport in einem der 30 Sportvereine mit insgesamt rund 4 600 Mitgliedern, sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer bei der Sportlerehrung. 

Der Sport lebe von der Aktivität, dem Miteinander und dem Respekt anderen gegenüber und dem Verfolgen von Zielen – auch im Team. „Das sind Eigenschaften, die jungen Menschen helfen, sich in einer immer komplizierten Welt zurechtzufinden“, sagte Egerer. Die Stadt habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. 

In weiten Teilen werden die städtischen Sportstätten den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt, sagte Egerer. „Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Städten.“ Die indirekte Förderung daraus betrage rund 375 000 Euro im Jahr. Zudem hatte der Stadtrat erst vor kurzen die Erhöhung der Zuschüsse für Vereine mit eigenen Anlagen von 22 000 auf 40 000 Euro beschlossen.