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Jeder kann den Hospiz-Park mitgestalten

Ich kaufe eine Linde, einen Fliederbusch oder eine Bank – der Verein Lebenszeit finanziert das Gelände auf besondere Art.

© Zeichnung: Verein Lebenszeit

Von Heike Heisig

Leisnig. Seit Mittwochnachmittag funktioniert es: Auf Mausklick bekommen Besucher der neuen Internet-Seite des Hospiz Lebenszeit die Möglichkeit, einen Baum, Strauch oder diverses Mobiliar für den Park zu kaufen, der an den Neubau am Hasenberg angrenzt.

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Dass dort eine Menge Grünes hinpasst, weiß jeder, der sich auf dem Gelände schon einmal umgesehen hat. Es ist insgesamt knapp 8 000 Quadratmeter groß. Für das Hospizgebäude selbst und die Parkflächen für Mitarbeiter und Besucher davor sind etwa 2 000 Quadratmeter genutzt und gestaltet worden. Bleiben also noch rund 6 000 Quadratmeter Fläche zwischen einer Obstplantage auf der einen und der Umgehungsstraße auf der anderen Seite. Ein Großteil davon ist zwar schon begrünt. Aber es ist auch noch genug Platz, um für die Hospizgäste eine Oase zu schaffen.

Aber nicht nur für sie: „Grundstückseigentümer Frank Lohse hat immer gesagt, dass der Park für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Genauso ist es auch geplant“, versichert Diana Fischer, die Vorsitzende des Vereins Lebenszeit. Der ist auch Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, die ab 1. April das Hospiz betreibt. Die feierliche Eröffnung ist für den 24. März geplant. Dann können die Gäste ab 14 Uhr nicht nur die Inneneinrichtung sehen, sondern sich anhand von Plänen auch schon vorstellen, wie es im Garten des Hospizes einmal aussehen soll.

Diana Fischer spricht von einem Spielplatz, der angelegt wird. An der Stelle, an der die Landschaftsgärtner einen Teich anlegen, ist schon der Erdaushub passiert. Daneben ist ein „Fluss der Erinnerung“ geplant. Die Anregung dafür hat sich Fischers Vater Richard Schreppel in einem Fernsehbeitrag über ein Hospiz in Thüringen geholt. „Wir fanden das klasse und wollen nun auch solch einen solchen Fluss anlegen“, so die Vereinsvorsitzende.


Entstehen soll ein Wasserlauf, in dem verschiedene Steine liegen. „Die Gäste können sich einen aussuchen. Vielleicht einen, der sie ein wenig widerspiegelt – mit Ecken und Kanten, groß, klein, rund oder vielleicht farbig“, beschreibt Diana Fischer. Ist der Gast verstorben, wird sein Stein mit Namen sowie Geburts- und Sterbedatum versehen und wieder in den „Fluss“ zurückgelegt. „Das Wasser wird die Inschrift im Lauf der Zeit verblassen lassen und abwischen. Das soll symbolisieren, dass auch die Trauer und der Schmerz kleiner werden, irgendwann verschwinden“, erklärt Fischer.

Zum Park gehören außerdem eine Feuerstelle sowie Bereiche mit Bodendeckern und Sträuchern, von denen die Früchte im Sommer und Herbst genascht werden können. Dutzende Sträucher und Bäume verschiedener Art und Größe komplettieren die Garten- und Parkplanung. „Über die Internetseite können Interessierte auf verschiedenen Wegen Bäume, Sträucher, eine Bank oder einen Papierkorb kaufen“, so die Vorsitzende des Hospizvereins. Auf diese Art und Weise soll das restliche Geld für die Gestaltung der Außenanlagen zusammenkommen. „Wir bitten ja schon lange und ständig um Geld für das Hospiz selbst. Deshalb fanden wir diese Möglichkeit der Beteiligung und Finanzierung interessant“, begründet sie. Überdies hätten die Vereinsmitglieder gemerkt, dass Spender eher bereit sind, zu unterstützen, wenn sie den genauen Verwendungszweck wissen. Vielleicht werden alle, die Geld gegeben haben, später einmal zum Dank auf einer Tafel verewigt. Dafür gebe es viele Möglichkeiten, aber keine konkreten Pläne.

Die Gestaltung des Freigeländes wird 100 000 Euro kosten. „Darüber dürfte mancher staunen“, meint Diana Fischer. Das ist viel Geld. Doch es müssten auch wichtige Dinge beachtet werden. Dazu gehört, dass die Wege barrierefrei sind. Denn immerhin sollen sie Gäste auch im Rollstuhl nutzen können. Da zwei Drittel der Kosten die EU finanziert, müssen Firmen beauftragt werden. Den Zuschuss hat Frank Lohse von der Ile-Region Sachsenkreuz plus bewilligt bekommen. Fehlen noch 25 000 Euro, die auf dem Weg „Ich kaufe einen Baum“ über Spenden und eine Art Patenschaft co-finanziert werden müssen.

Diana Fischer ist guter Dinge, dass der Endspurt gelingt. Derzeit läuft die Ausstattung der Räume. Die Mitarbeiter, die ab 1.  April ihre Arbeit aufnehmen, treffen sich schon regelmäßig, um die für alle neuen Aufgaben zu besprechen. Alle werden am 24. März dabei sein und Neugierige am Nachmittag durch das Haus führen. Die Ehrenamtlichen sind ebenfalls kaum zu bremsen. Sie putzen, helfen beim Einrichten und bereiten Überraschungen für die Eröffnung vor. Außerdem: Fast 20 Interessierte beginnen diese Woche eine Ausbildung zum Hospizbegleiter.

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