merken

Jeff-Hayes-Festspiele gegen Kaufbeuren

Der kanadische Füchse-Stürmer schießt drei Tore, gibt drei Vorlagen und beendet eine Füchse-Schwächephase.

© Gunnar Schulze

Von Thomas Wagner und Frank Thümmler

Anzeige
REISETAG am 20. November am Flughafen

Strandurlaub oder Städtetrip: Wer eine Flugreise sucht, wird beim REISETAG fündig – mit Frühbucher-Angeboten, Kinderprogramm und Gutscheinverlosung.

Ein überragender Jeff Hayes hat die Lausitzer Füchse am Sonntagabend zu einem 7:2-Erfolg über den zuletzt so starken ESV Kaufbeuren geführt. Die Auswirkungen in der Tabelle bleiben aber überschaubar. Weil auch Bad Nauheim (in Heilbronn gewonnen hat, bleibt der Abstand auf die „Roten Teufel“ bei neun Punkten. Allerdings ist jetzt Heilbronn der neue Tabellenzehnt – mit acht Punkten vor den Füchsen.

Videobeweis: Beim 3:0 schauten sich die Schiedsrichter noch einmal an, ob der Stock des Schützen Artur Tegkaev etwa zu hoch (über Schulterhöhe) war, aber alles in Ordnung. Das Tor zählte.
Videobeweis: Beim 3:0 schauten sich die Schiedsrichter noch einmal an, ob der Stock des Schützen Artur Tegkaev etwa zu hoch (über Schulterhöhe) war, aber alles in Ordnung. Das Tor zählte. © Gunnar Schulze

Das Spiel begann mit einer ersten Chance für Kaufbeuren, aber die zweite Füchse-Reihe schlug nach einem Fehler der Gäste im Spielaufbau wenig später das erste Mal zu. Artur Tegkaev erkämpfte den Puck und legte zurück auf den heranstürmenden Hayes, der rechts oben in den Winkel traf (2.). Ab da spielten fast nur noch die Füchse, wobei besonders die neu formierte zweite Reihe (Trainer Hoffmann hatte Tegkaev für Jahnke an die Seite von Schmidt und Hayes beordert) für viel Druck sorgte. Besonders den schnellen Hayes bekamen die Gäste nicht in den Griff. Beim 2:0 war er auf dem rechten Flügel nicht zu halten. Seine scharfe Eingabe vor das Tor erreichte Schmidt, der zwar an Torwart Vajs scheiterte, aber nachstocherte. Am Ende sprang der Puck vom Schläger des Kaufbeurers de Paly ins Tor (7.). Zwei Minuten später eine ähnliche Situation. Diesmal schoss Hayes, der Puck ging von Vajs senkrecht nach oben. Nur Tegkaev wusste offensichtlich, wo die Scheibe war. Als sie herunterfiel, traf er sie volley ins Netz. Die Schiedsrichter prüften per Videobeweis den Treffer und entschieden auf 3:0 (9.). Es kam noch besser: Nach einem Querpass von Tegkaev herrschte Chaos in der Kaufbeurer Verteidigung, den springenden Puck traf wieder Tegkaev, aber nicht voll, so dass er für Torwart Vajs unberechenbar ins Tor trudelte (17.). Gästetrainer Andreas Brockmann sprach nach dem Spiel von einem „Turnover“ (Tor 1), zwei Eigentoren (2 und 3) sowie einem doppelt abgefälschten Schuss (4), sein Gegenüber Robert Hoffmann merkte den Druck seiner zweiten Reihe an, die sich die Treffer erarbeitet hatte. Die Entscheidung war das 4:0 nicht. Wenige Sekunden nach dem Tor verlor Owens an der gegnerischen Blauen Linie den Puck, Kiefersauer konnte mutterseelenallein Richtung Tor laufen und traf zum 4:1. Als dann aber die Füchse nur 46 Sekunden später das 5:1 klasse herauskombinierten – Kania ließ noch einen Kaufbeurer aussteigen und traf dann mit viel Übersicht zu seinem ersten Saisontreffer – glaubten wohl nahezu alle, dass das Spiel jetzt gelaufen wäre.

Die Füchse-Spieler selbst wohl auch. Sie nahmen etwas Tempo raus, behielten das Spiel zunächst in Griff und ließen wenig zu. Die beste Chance hatte Hayes mit einem Lattentreffer (30.). Aber dann nahm Hessler im Mitteldrittel ungeschickt eine Strafe, die Gäste bestraften das durch einen Schlagschuss von Blomquist genau ins Angel zum 5:2 (34.). Danach wurde der Druck der Gäste fast unerträglich. Die Füchse kamen kaum noch aus dem eigenen Drittel. Torwart Maximilian Franzreb zeigte eine Klasseparade nach der anderen. Und als er schon geschlagen war, retteten Adam und Kania den Puck kurz vor der Linie. Nach dem Spiel sagte Füchse-Trainer Robert Hoffmann, dass er über den zweiten Spielabschnitt richtig sauer war. Hier hätten die Füchse das Spiel fast wieder spannend gemacht.

Aber mitten in diese Druckphase setzte Hayes den K.-o-Schlag. Jahnke spielte ihn an der Blauen Linie an. Hayes kam mit Riesentempo über die linke Seite ins Drittel, ließ einen Kaufbeurer aussteigen, zog vors Tor und versenkte die Scheibe unhaltbar in die linke Ecke (40.). Davon erholten sich die Gäste nicht, zumal Hayes in der ersten Minute des Schlussdrittels noch einen draufsetzte. Diesmal war Schmidt der Vorbereiter. Danach war das Spiel zwar entschieden, aber es kam noch einmal Gift in die Partie. Die Füchse kassierten binnen zwei Spielminuten vier Zwei-Minuten-Strafen. Aber selbst die „ewige“ 5:3-Unterzahl überstanden die Füchse unbeschadet.

Die gute Leistung der Füchse macht natürlich auch Hoffnung für die noch fehlenden elf Spiele der Hauptrunde. Aber: Jetzt muss weiter gepunktet werden. Am Freitag kommen die Kassel Huskies, bei denen nach drei Niederlagen in Folge der „Baum brennen“ dürfte. Und am Sonntag geht es auf zum Sachsenderby nach Crimmitschau, wo die Füchse endlich den ersten Saisongsieg über die Eispiraten holen wollen und müssen.

Statistik

Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren 7:2 (5:1, 1:1, 1:0)

1:0 Jeff Hayes 1:11 (Tegkaev, Schmidt)

2:0 Marius Schmidt 6:08 (Hayes, Mücke)

3:0 Artur Tegkaev 8:53 (Hayes, Ranta)

4:0 Artur Tegkaev 26:26 (Hayes, Schmidt)

4:1 Christoph Kiefersauer 16:52 (ohne Assist)

5:1 Jakub Kania 17:38 (Götz, Jahnke)

5:2 Sami Blomqvist 33:12 (Überzahl, Sarault, Monteith)

6:2 Jeff Hayes 39:20 (Jahnke, Eriksson)

7:2 Jeff Hayes 40:52 (Schmidt, Tegkaev)

Lausitzer Füchse

Tor: Franzreb

Verteidigung: Owens, Bär – Mücke, Hoffmann – Adam, Kania

Sturm: Ranta, Eriksson, Boiarchinov – Tegkaev , Hayes, Schmidt – Jahnke, Götz, Hessler – Stöber, Neuert

ESV Kaufbeuren

Tor: Vajs (16:26), Kucis (43:34)

Verteidigung: Osterloh, Pfaffenguth – Haase, Kasten – de Paly, Monteith – Reinig, Wolter

Sturm: Lewis, Sarault, Wohlgemuth – Schäffler, Billich, Blomquist – Schmidle, Laaksonen, Kiefersauer – Thomas, Oppolzer, Karevaara

Schiedsrichter: Sven Fischer , Fynn-Marek Falten

Strafen: Weißwasser 14, Kaufbeuren 8

Zuschauer: 2 109