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Jetzt fehlen nur noch Genehmigungen

Viele Besucher kamen zum Fest ins geschlossene Freibad. Das ist technisch in Ordnung.

Dass es nun sichtlich vorangeht in Sachen Freibad Ortrand, konnte man am Reformationstag live mit erleben. Mit einem großen Fest präsentierte sich die neugegründete Wassersportgemeinschaft Niederlausitz den Interessierten und suchte gleichzeitig nach neuen Mitstreitern. Derzeit hat der Verein 45 Mitglieder. 40 Mitstreiter – wobei bei den beiden bisherigen Arbeitseinsätzen nicht nur Vereinsmitglieder dabei waren – leisteten bisher rund 300 Aufbaustunden.

Eine Bad-Wiedereröffnung rückt daher immer weiter in den Focus. „Wir planen, im nächsten Jahr das Freibad wieder zu öffnen. In den beiden Arbeitseinsätzen haben wir die beiden Becken und die Außenanlagen sauber bekommen“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Maik Bethke am Rande einer Führung durch das Bad. Geöffnet wird das Freibad voraussichtlich zu den Zeiten wie vor der Schließung. „Neue Investitionen muss man erst mittelfristig betrachten. Hier sind wir noch mit Fördermittelgebern im Gespräch. Im Mai oder Juni soll aber eröffnet werden“, so Bethke weiter. Technisch gesehen könne nichts mehr dazwischen kommen. Die Pumpen laufen, das Wasser ist da und die Zu- und Abläufe sind in Ordnung.

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Die Preise fallen wie die Blätter

Der Sommer ist vorbei und für so manchen steht ein Wechsel des Kleiderschranks an. Aber  warum denn nur den Inhalt wechseln, wenn doch der ganze Schrank ausgetauscht werden kann?

Was eine neue Saison im Freibad noch stoppen kann sind eventuelle behördliche Genehmigungen. Doch hier ist der Verein im Gespräch: mit der Stadt insbesondere mit dem TÜV und dem Bauamt. Auf der rechtlichen Schiene mit einem Pachtvertrag zwischen dem Eigentümer des Campingplatzes und dem Verein sieht Maik Bethke keine Probleme. Finanziell mehrfach durchgesprochen wurde das Budget mit der Bürgschaftsbank in Potsdam. Gerechnet wird inklusive Eintrittsgelder und Ausgaben wie Strom und Personal mit einem Ergebnis von plus minus Null. Zu mindestens für das Jahr 2019. Denn im ersten Jahr wird nur auf Sicht gefahren, wie es vom Verein heißt. Die Planzahlen sind nicht mehr die Neuesten und könnten daher nicht angesetzt werden. Eingeplant ist eine Summe von 50 bis 60 000 Euro, das zeigen auch ähnliche Anlagen. „Ein Bad ist nie wirtschaftlich zu betreiben ohne kommunalen Zuschuss“, weiß Maik Bethke.

Das Ortrander Bad könnte, wenn es denn wieder öffnet, mit seinem Spaßbereich und den großen Becken eine echte Konkurrenz zu den Bädern im Schradenland darstellen. Jedenfalls soll der Schwimmsport für die Schulen und Kindergärten in Südbrandenburg und Nordsachsen angeboten werden. Dass die Ortrander das Bad wieder haben wollen, zeigte sich beim großen Reformationsfest. „Wirt sind begeistert. Bisher erfuhren wir immer nur Neues aus der Zeitung und wollten uns deshalb das Bad einmal anschauen“, sagte Bernd Kücher aus Drochow. „Wir waren viele Jahre hier im Bad. Meine große Tochter hat hier ihre Schwimmstufe abgelegt“, sagt Mandy Gärtner. „Wir finden es prima, dass das Bad wieder öffnen soll. Preislich hat es voll gestimmt und es liegt auch quasi gleich um die Ecke“, Die Mutter hofft nun, dass auch ihre kleinen Kinder einmal ihre Schwimmstufe in Ortrand ablegen können.

Wie das Bad vor dem Neubau ausgesehen hat, daran kann sich Rudolf Rauchfuß noch erinnern. „In den 50er Jahren gab es einen kleinen Turm und nur ein Becken, welches von flach bis tief ging. Wir waren früher immer vom Schulsport hier. Nun finden wir es schön, dass das Bad wieder öffnen soll“, sagte der Rentner aus Ortrand. Wegen seiner schlechten Gesundheit könne er leider nicht aktiv mithelfen. (misa)