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Zittau

Jetzt gibt's nur noch Geld am Automaten

Einwohner in Zittau-Süd hatten zwar eine Unterschriftenaktion gestartet, aber die Sparkasse hielt an ihren Streichplänen fest. Anderswo fährt sie ein anderes Modell.

Die Sparkassenfiliale in Zittau-Süd © Matthias Weber

Seit 28. Juni können Kunden in der Sparkassen-Filiale in Zittau-Süd nur noch an den Automaten Geld abheben und Kontoauszüge drucken. Eine persönliche Beratung ist nicht mehr möglich.

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Dabei stießen die Pläne auf Widerstand. Einwohner starteten im vergangenen Jahr eine Unterschriftenaktion, einer schrieb gar einen Brief an den Sparkassenvorstand. Der Grund: Selbst ein SB-Center käme einer Schließung gleich. Ältere Menschen erledigen ihre Geldangelegenheiten lieber an einem Schalter, hinter dem eine bekannte und fachkundige Person sitzt. Viele alte Menschen verfügen über keinen Internetanschluss oder sind den Anforderungen an das Onlinebanking nicht gewachsen, so der Zittauer. Diesen Menschen falle es schwer, immer längere Wege für den direkten Kontakt zum Kundenberater zurückzulegen.

So weist die Sparkasse auf die Umstellung in Zittau-Süd hin. © Matthias Weber

Doch das war alles vergebens. Die Sparkasse hielt an ihren Plänen fest, Mitte des Jahres sechs Filialen zu schließen: Betroffen sind neben Zittau-Süd noch die Standorte in Obercunnersdorf, Uhyst, Leutersdorf und in den Görlitzer Stadtteilen Hagenwerder und Südstadt. 

Anderenorts setzt sie auf ein anderes Modell: So teilen sich seit 1. Juli die Filialen auf dem Löbauer Platz in Zittau und in Hirschfelde die wöchentlichen Öffnungszeiten. Die Zittauer hat nun Montag, Mittwoch, Donnerstag geöffnet, die Filiale Hirschfelde am Dienstag und Freitag. So sind die Mitarbeiter weiter an beiden Standorten für die Kunden da. Außerhalb der Öffnungszeiten können individuelle Beratungstermine vereinbart und die SB-Bereiche genutzt werden.

Seit Juli 2018 praktiziert die Sparkasse das sogenannte Tandem-Konzept. Es sei eine gute Lösung, trotz des gestiegenen Kostendrucks und des sich verändernden Kundenverhaltens im ländlichen Raum flächendeckend vor Ort präsent zu bleiben, so Sprecherin Bettina Richter-Kästner.

Damit sind keine weiteren Schließungen notwendig - vorerst. Stattdessen werden sämtliche Filialen bis 2025 modernisiert. Damit bekenne sich die Sparkasse zu ihrer Präsenz in der Fläche, erklärt die Sprecherin.

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