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Jetzt wird der Damm im Pöbeltal aufgeschüttet

Die Talsperrenverwaltung baut den Hochwasserschutz auch an Malter und Lehnmühle aus – aber mit Verzögerung.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Franz Herz

Osterzgebirge. Drei große Baustellen für den Hochwasserschutz laufen derzeit im Osterzgebirge. Das größte Vorhaben ist der Bau des neuen Hochwasserschutzdamms im Pöbeltal oberhalb von Schmiedeberg. Zugleich baut die Landestalsperrenverwaltung auch die Staumauer an der Talsperre Lehnmühle aus, die zwischen Hennersdorf und Hartmannsdorf liegt, sowie die an der Talsperre Malter. Damit wird der Hochwasserschutz entlang der Roten und Wilden Weißeritz bis nach Freital und Dresden verbessert.

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Weitere Hochwasserschutzvorhaben

Spezialgerüst an der Lehnmühle Ungewohnt ist derzeit der Anblick der Staumauer der Talsperre Lehnmühle. In der Mitte sitzt ein Gerüst auf der Mauer. Das hat im vergangenen Jahr dazu gedient, um vier Felder des Hochwasserüberlaufs zu vergrößern. Diese Arbeiten sind abgeschlossen, wie die Landestalsperrenverwaltung informiert. Das Gerüst bleibt aber dennoch. Bis Ende Mai nutzen es die Bauarbeiter, um von hier aus das Mauerwerk zwischen den Schiebertürmen instand zu setzen. Auf der Luftseite der Natursteinmauer spitzen sie die Fugen aus und verschließen sie wieder. Dabei müssen sie die Mauer möglichst in ihrem Originalzustand erhalten, denn sie steht unter Denkmalschutz. Weiter läuft derzeit die Instandsetzung der Schiebertürme. Diese Arbeiten haben schon im vergangenen November begonnen. Dabei haben die Bauleute im Innern ein Gerüst aufgebaut, Sobald es jetzt wieder etwas wärmer wird, wird auch außen ein Spezialgerüst an den Schiebertürmen zu sehen sein, damit auch sie instand gesetzt werden können. Es gibt zwei Gründe, warum an der Talsperre Lehnmühle zurzeit gebaut wird. Erstens wurden die Anforderungen an die Talsperren nach der Augustflut 2002 erhöht. Sie müssen größere Hochwässer bewältigen können als bisher. Daher wurden vier Fenster am Hochwasserüberlauf vergrößert. Zweitens ist die Talsperre, die von 1927 bis 1931 gebaut wurde, auch in die Jahre gekommen.
Spezialgerüst an der Lehnmühle Ungewohnt ist derzeit der Anblick der Staumauer der Talsperre Lehnmühle. In der Mitte sitzt ein Gerüst auf der Mauer. Das hat im vergangenen Jahr dazu gedient, um vier Felder des Hochwasserüberlaufs zu vergrößern. Diese Arbeiten sind abgeschlossen, wie die Landestalsperrenverwaltung informiert. Das Gerüst bleibt aber dennoch. Bis Ende Mai nutzen es die Bauarbeiter, um von hier aus das Mauerwerk zwischen den Schiebertürmen instand zu setzen. Auf der Luftseite der Natursteinmauer spitzen sie die Fugen aus und verschließen sie wieder. Dabei müssen sie die Mauer möglichst in ihrem Originalzustand erhalten, denn sie steht unter Denkmalschutz. Weiter läuft derzeit die Instandsetzung der Schiebertürme. Diese Arbeiten haben schon im vergangenen November begonnen. Dabei haben die Bauleute im Innern ein Gerüst aufgebaut, Sobald es jetzt wieder etwas wärmer wird, wird auch außen ein Spezialgerüst an den Schiebertürmen zu sehen sein, damit auch sie instand gesetzt werden können. Es gibt zwei Gründe, warum an der Talsperre Lehnmühle zurzeit gebaut wird. Erstens wurden die Anforderungen an die Talsperren nach der Augustflut 2002 erhöht. Sie müssen größere Hochwässer bewältigen können als bisher. Daher wurden vier Fenster am Hochwasserüberlauf vergrößert. Zweitens ist die Talsperre, die von 1927 bis 1931 gebaut wurde, auch in die Jahre gekommen.
Badebetrieb an der Malter in Gefahr? Die Situation an der Malter ist ähnlich wie an der Lehnmühle. Die 105 Jahre alte Mauer muss an die erhöhten Anforderungen angepasst werden. Hier gibt es aber Probleme. Derzeit wird der Umleitungsstollen am Grund der Sperre umgebaut. Der stammt noch aus der Bauzeit der Sperre. Damit ist seinerzeit die Rote Weißeritz um die Baustelle herum geleitet worden. Seitdem stehen sie als zusätzliche Öffnungen zur Verfügung, wenn die Sperre bei drohendem Hochwasser schnell geleert werden muss. Durch die Rohre können 30 Kubikmeter Wasser in der Sekunde fließen. Aber die bisherigen Absperrklappen ließen nur 18 Kubikmeter zu. Sie werden jetzt durch richtige Talsperrenschieber ersetzt, damit der volle Umfang genutzt werden kann. Dafür muss unten am Grund der Talsperre der Rohrkeller erweitert werden. Doch das erweist sich als schwierig. „Die Aufweitung und Vertiefung des Rohrkellers gestaltet sich aufgrund der vorgefundenen Untergrundverhältnisse bautechnisch zeitaufwendiger als geplant“, informierte die Talsperrenverwaltung. Das kann Folgen haben für den Badebetrieb an der Talsperre. Denn solange die Bauarbeiten laufen, muss der Wasserspiegel abgesenkt bleiben. Aber die Verantwortlichen versprechen auf SZ-Anfrage: Man prüft, wie alles rund um den Bau so optimiert werden kann, dass der reguläre Betrieb der Talsperre so zeitig wie möglich wieder startet.
Badebetrieb an der Malter in Gefahr? Die Situation an der Malter ist ähnlich wie an der Lehnmühle. Die 105 Jahre alte Mauer muss an die erhöhten Anforderungen angepasst werden. Hier gibt es aber Probleme. Derzeit wird der Umleitungsstollen am Grund der Sperre umgebaut. Der stammt noch aus der Bauzeit der Sperre. Damit ist seinerzeit die Rote Weißeritz um die Baustelle herum geleitet worden. Seitdem stehen sie als zusätzliche Öffnungen zur Verfügung, wenn die Sperre bei drohendem Hochwasser schnell geleert werden muss. Durch die Rohre können 30 Kubikmeter Wasser in der Sekunde fließen. Aber die bisherigen Absperrklappen ließen nur 18 Kubikmeter zu. Sie werden jetzt durch richtige Talsperrenschieber ersetzt, damit der volle Umfang genutzt werden kann. Dafür muss unten am Grund der Talsperre der Rohrkeller erweitert werden. Doch das erweist sich als schwierig. „Die Aufweitung und Vertiefung des Rohrkellers gestaltet sich aufgrund der vorgefundenen Untergrundverhältnisse bautechnisch zeitaufwendiger als geplant“, informierte die Talsperrenverwaltung. Das kann Folgen haben für den Badebetrieb an der Talsperre. Denn solange die Bauarbeiten laufen, muss der Wasserspiegel abgesenkt bleiben. Aber die Verantwortlichen versprechen auf SZ-Anfrage: Man prüft, wie alles rund um den Bau so optimiert werden kann, dass der reguläre Betrieb der Talsperre so zeitig wie möglich wieder startet.

Der Bau des Damms im Pöbeltal läuft teilweise genau andersherum wie bei einem Eigenheim. Beim Haus werden zuerst die Mauern des Rohbaus errichtet, danach kommen Installateure und Trockenbauer für den Innenausbau. Beim Damm haben die Bauleute in den Jahren seit 2014 einerseits das Fundament gebaut und andererseits den Innenausbau vorangetrieben. All die Anlagen, die später unter dem Schotter nicht mehr zu sehen sein werden, sind inzwischen eingebaut: zwei Durchlässe für die Straße und den Pöbelbach, sowie die Schieberkammern, damit im Ernstfall die Durchlässe verschlossen werden können. Bis Ende März werden noch die sogenannten Flügelwände betoniert, welche die Einfahrt zu dem Straßendurchlass flankieren.

Von Anfang April an rollen dann die schweren Lkw, die den Schotter vom Steinbruch zum Damm transportieren, informierte Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Stück für Stück wird dann der Damm 28 Meter in die Höhe wachsen und in seiner Mitte eine Dichtwand aus Asphaltbeton. Sie ist das entscheidende Bauteil bei dem ganzen Projekt. Denn der Schotterdamm kann kein Hochwasser aufhalten. Durch die Steine würde es hindurchsickern. Diese Aufgabe hat allein der Kern aus Asphaltbeton. Der ganze weitere Damm dient nur dazu, diese Wand stabil zu halten – auch dann, wenn im Ernstfall der Druck von 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser dagegen presst.

Der Steinbruch für den Damm im Pöbeltal liegt einen halben Kilometer oberhalb der Baustelle. Hier hat die Baufirma eine sogenannte Seitenentnahme eingerichtet und eine zusätzliche Baustraße bis zum Damm. Da werden die Schwertransporte im Kreisverkehr laufen, wie Frank Hering von der Landestalsperrenverwaltung erklärt. Die vollen Lkw rollen auf der Baustraße, die Leerfahrten auf der normalen Pöbeltalstraße. Damit wird die öffentliche Straße geschont. Der Steinbruch hat erstens den Vorteil, dass die Transportwege kurz sind. Zweitens wird damit noch der Stauraum vergrößert, in dem im Hochwasserfall Wasser zurückgehalten wird.

Nun rollen den Sommer über die Steintransporte. Voraussichtlich soll der Damm im Oktober seine geplante Höhe erreicht haben. Dann beginnt der Rohbau für das Betriebsgebäude oben auf der Dammkrone. Hier wird wieder in der Reihenfolge gebaut, wie auch Laien es kennen: zuerst die Außenhülle und dann der Innenausbau.