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Jetzt wird ihm geholfen

Der Fall eines Meißner Diabetikers schlug hohe Wellen – deutschlandweit. Nun lenken die behandelnden Ärzte ein.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Auf ein schnelles Entgegenkommen des Arztes, der ihm zunächst einen Termin im November 2019 geben wollte, hatte Sigmar Hausmann in den letzten Tagen nicht mehr gehofft. Der 64-Jährige, der so lange auf eine wichtige Ultraschalluntersuchung seiner Bein- und Halsgefäße warten sollte, musste stattdessen nach einem SZ-Bericht fast täglich Anfragen von Fernseh-Teams oder Zeitungen zu seinem kuriosen Fall beantworten.

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„Das Telefon stand fast nie still. Die letzten Tage waren schon verrückt – und auch anstrengend für mich, weil ich mich nicht gut fühle“, sagt der Meißner. Insgesamt seien es zwölf regionale und überregionale Zeitungen sowie fünf Fernsehteams gewesen, die nach dem SZ-Bericht bei Hausmann vorstellig wurden, um mehr über die unglaubliche Begebenheit zu erfahren. Der Trubel habe sich merkwürdig angefühlt, sagt der Betroffene. Trotzdem habe das Interesse an seiner Geschichte auch sein Gutes, weil so etwas nicht wieder passieren dürfe. „Ich habe überall immer das Gleiche gesagt, nämlich die Wahrheit“, so der Diabetiker, der unter Kurzatmigkeit und zu hohem Blutdruck leidet.

Dass es in diesen Tagen sowohl mit dem Einlenken des Meißner Internisten als auch mit den hier durchgeführten, notwendigen Voruntersuchungen für eine Weiterbehandlung an der Stoffwechselambulanz der Dresdner Uniklinik klappte, erleichtert den Ruheständler. Denn zuletzt hatte es für ihn so ausgesehen, dass er auf die Kulanz der Ärzte in Dresden hoffen müsse, die den nötigen Ultraschall im Prinzip auch selbst erledigen könnten.

In Meißen bekam Hausmann auch bei anderen Ärzten keinen zeitnahen Termin. Als nun ein Schreiben der Uniklinik bei ihm zu Hause im Briefkasten steckte und darin fünf weitere Untersuchungen aufgelistet wurden, die er vor der Stoffwechselbehandlung in Meißen durchführen müsse, war Hausmann konsterniert – doch nun die plötzliche Wende: „Alle notwendigen Untersuchungen sind jetzt bei uns durchgeführt worden“, teilen die beiden Mediziner Iris König und Dr. Dirk Hennig der SZ mit. Warum das jetzt plötzlich doch möglich wurde, begründen sie schriftlich wie folgt: „Aufgrund des Briefes der Stoffwechselambulanz ergab sich eine vollkommen neue Situation. Da innerhalb der letzten zwei Wochen in einem zumutbaren Radius offenbar kein Arzt Herrn Hausmann überhaupt einen Termin vergeben konnte, wurden alle Untersuchungen während eines freigewordenen Termins an diesem Montag durchgeführt.“

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Ursprünglich habe man zwei Behandlungen erst in zwei Monaten durchführen wollen, da Hausmanns Überweisung von dessen Hausärztin nicht als dringlich gekennzeichnet gewesen sei. Zudem stellen sie heraus, dass es nach Einsicht in die Krankenakte des Patienten nach ihrem Dafürhalten falsch sei, dass die Untersuchungen Voraussetzung für die Weiterbehandlung in Dresden seien. „Keine musste vor Behandlung von Herrn Hausmann durchgeführt werden“, so die Meißner Internisten. Sie weisen darauf hin, dass die Untersuchungen auch an der Uniklinik hätten erfolgen können. Diesen Standpunkt hatte deren Pressesprecher Holger Ostermeyer allerdings in der letzten Woche entkräftet: „Liegt keine unmittelbare Gefahr für den Patienten vor, sind derartige Untersuchungen in der Regel Sache der niedergelassenen Ärzte und nicht der Spezialambulanz.“