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Jobangebot für suspendierten Beamten

Ein AfD-Politiker aus Baden-Württemberg hat den Justizbeamten, der den Haftbefehl im Fall Chemnitz veröffentlicht hat, als Helden bezeichnet und ihm eine Stelle angeboten.

© dpa/Christoph Schmidt

Stuttgart. Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hat den Justizbeamten, der den Haftbefehl eines mutmaßlichen Täters der Messerattacke von Chemnitz veröffentlicht hat, als Helden bezeichnet und ihm eine Stelle angeboten.

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Der Betreffende könne sein Team im baden-württembergischen Landtag verstärken, sagte Räpple am Freitag in Stuttgart. Auf Facebook schrieb er: „Sie sind ein Held und genau so, wie alle meiner genialen Mitarbeiter Helden auf ihrem Gebiet sind, kann ich Sie und Ihre Expertise sehr gut in meinem Team brauchen.“

Der Justizvollzugsbedienstete war am Donnerstag mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden, wie das sächsische Justizministerium mitteilte. Der hatte noch am Donnerstag mit seinem Anwalt Frank Hannig eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der er seine Motive für die Tat erklärt.

Der illegal veröffentlichte Haftbefehl hatte für viel Kritik gesorgt. Das teilweise geschwärzte Dokument war unter anderem auf Internetseiten von Pro Chemnitz, einem Kreisverband der AfD sowie des Pegida-Gründers Lutz Bachmann verbreitet worden.

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Die Veröffentlichung eines Haftbefehls ist strafbar und kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Der Haftbefehl enthält unter anderem die vollen Namen des Opfers und der beiden Tatverdächtigen für den tödlichen Messerangriffs auf den 35-Jährigen Daniel H. am frühen Sonntagmorgen in Chemnitz. (dpa)