merken

Döbeln

Joggingmeile vorerst abgelehnt

Die Stadt will die Verantwortung für die Nutzer der Lauf-Route nicht übernehmen. Das stößt nicht überall auf Verständnis.

Die von der CDU Waldheim gewünschte Beschilderung der Joggingmeile sorgte in der Sitzung des Technischen Ausschusses für heftige Diskussionen.
Die von der CDU Waldheim gewünschte Beschilderung der Joggingmeile sorgte in der Sitzung des Technischen Ausschusses für heftige Diskussionen. ©  dpa / Symbolbild

Waldheim. Die von der CDU Waldheim gewünschte Beschilderung der Joggingmeile sorgte in der Sitzung des Technischen Ausschusses für heftige Diskussionen. Die Meinungen gehen weit auseinander. Auch unter den Stadträten.

Die Verwaltung möchte die Route von der ehemaligen Spindelfabrik entlang der Kirschallee bis zum Forschungsinstitut in Meinsberg nicht als öffentliche Joggingmeile ausweisen. „Wenn wir das machen, haben wir auch die Verantwortung für die Nutzer“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Nach Rücksprache mit der Polizei gebe es auf einem Großteil der Strecke große Sicherheitsbedenken.

Anzeige
Wieder kunstvolle Pferdeshow in Riesa

Europas beliebteste Pferdeshow ist zurück. Am 26. und 27. Oktober startet CAVALLUNA mit „Legende der Wüste“ in der SACHSENarena die neue Tour.

Günter Weichhold, Leiter der Laufsportgruppe des SV Waldheim, brachte sein Unverständnis zum Ausdruck. Er organisiert mit dem Verein und der Stadtverwaltung regelmäßig den Eichberg- und den Silvesterlauf. Das will er sich nun überlegen. „Wir machen das schon jahrelang und jetzt gibt es auf einmal derartige Bedenken. Ich weiß nicht, ob ich den Silvesterlauf absage“, erklärte er.

 Und weiter: „Die Beschilderung ist ja eigentlich nur für die Gäste von Waldheim sinnvoll.“ Die Idee dazu sei überhaupt erst von Hotelbetreibern gekommen, weil diese immer wieder von Gästen gefragt worden seien, wo in der Stadt gejoggt werden könne. „Von den Walheimern selbst wird die Strecke ja ohnehin schon rege genutzt, insbesondere zum Nordic Walking“, so Weichhold. Die Sicherheitsbedenken finde er „an den Haaren herbeigezogen.“ Wenn Kommunen überall so entscheiden würden, gäbe es nirgends einen solchen Weg für Sportler, sagte er.

Dr. Andreas Liebau (CDU) fragte an, ob es möglich sei, die Route erst am Eisstadion beginnen zu lassen. Damit wäre die Gefährdung auf der Straße An der Zschopau bis zum Autohaus außen vor. Doch auch für den Verlauf von der Einmündung an der Kläranlage bis zur Zschopaubrücke gebe es ein hohes Gefährdungspotenzial, sagte Bauamtsleiter Michael Wittig.

 „Die Polizei hat sogar gesagt, das geht an dieser Stelle gar nicht.“ Diskutiert wurde zudem darüber, die Route in Richtung des neuen Radweges nach Rochlitz zu führen und sie dann sogar auf bis zu zehn Kilometer zu erweitern.

Das alles sei jedoch nicht Gegenstand des Beschlusses, der am Donnerstag gefasst werden sollte, sagte der Bürgermeister. „Wir haben hier über den Antrag der CDU-Fraktion abzustimmen, in dem sie von der Stadt die professionelle Ausschilderung der Joggingmeile verlangt.“ 

Am Ende entschied sich der Ausschuss mit fünf Ja-, drei Neinstimmen und einer Enthaltung dafür, den Antrag der CDU-Fraktion abzulehnen und dies auch dem Stadtrat zu empfehlen. Der behandelt die Problematik nun am 7. November.