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Was Jonsdorf jetzt mit der Eishalle vorhat

Eigentlich sollte ab September ein neuer Geschäftsführer frischen Wind in die Jonsdorfer Kur- und Tourismus Gmbh bringen. Jetzt rudert die Gemeinde zurück.

Maik Tempel ist noch bis Ende des Jahres Geschäftsführer der Jonsdorfer Kur- und Tourismusgesellschaft mit der Eisarena. Auf einen Nachfolger verzichtet Jonsdorf aber vorerst.
Maik Tempel ist noch bis Ende des Jahres Geschäftsführer der Jonsdorfer Kur- und Tourismusgesellschaft mit der Eisarena. Auf einen Nachfolger verzichtet Jonsdorf aber vorerst. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Es hat immerhin fünf Bewerbungen gegeben um den ab Januar vakanten Chefposten der Jonsdorfer Kur- und Tourismusgesellschaft (KuT). Und zwei der fünf Bewerber sind auch zum Vorstellungsgespräch in Jonsdorf erschienen. Doch kurz vor der Entscheidung hat es sich der Aufsichtsrat der gemeindeeigenen Tochtergesellschaft anders überlegt - und rudert zurück.

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An den Bewerbern hat das nicht gelegen, versichert Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Wähler), sondern vielmehr an der Tatsache, dass das gesamte Konstrukt der gemeindeeigenen Kur- und Tourismusgesellschaft so wie bisher nicht mehr funktionieren kann. Deswegen, erklärt die Bürgermeisterin, gibt es inzwischen andere Pläne. Und von denen war in der Stellenausschreibung für den Geschäftsführer-Posten so nicht die Rede.

Es geht um den größten Brocken innerhalb der KuT: die Jonsdorfer Eisarena. Deren Betrieb, das ist spätestens nach der Corona-Krise deutlich geworden, kann nicht mehr allein von der Gemeinde Jonsdorf geschultert werden. An der 20 Jahre alten Eishalle besteht Sanierungsbedarf in Millionenhöhe, zudem hatten die hohen Betreiberkosten die KuT Ende letzten Jahres beinahe in die Insolvenz getrieben.

Die drohende Insolvenz ist inzwischen abgewendet. Die KuT steht finanziell wieder gut da, erklärt Kati Wenzel. Das ist aber nicht zuletzt auch einer finanziellen Transaktion zu verdanken, bei der die Gemeinde der Gesellschaft für 60.000 Euro die Anteile an der Schmetterlingshaus Gmbh abgekauft hatte.

Eishalle soll in eine andere Gesellschaft

Auf Dauer aber müsse es im Zittauer Gebirge eine Lösung geben, den Betrieb der Eisarena auf breitere Schultern zu verteilen, so die Bürgermeisterin. Schließlich ist die Eishalle für Freizeit und Tourismus auch von großer überregionaler Bedeutung.

Seit Monaten schon verhandelt die Gemeinde deshalb mit dem Landkreis. Inzwischen sei auch eine Lösung für die Eishalle angedacht - die dann aber aus der KuT herausgelöst werden würde. Konkreteres will Kati Wenzel zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Nur so viel: "Es wird eine gute Lösung geben."

Bei der KuT würden dann nur noch die Jonsdorfer Touristinformation, das Gebirgsbad, der Kurpark und die Waldbühne verbleiben. Und auch für die Waldbühne wird eine überregionale Lösung gesucht - ebenfalls, weil die Bühne von überregionaler Bedeutung ist, und ebenfalls, weil an der Anlage Sanierungsbedarf in Millionenhöhe besteht.

Aus diesen Gründen, so erklärt es die Bürgermeisterin, habe der Aufsichtsrat der KuT jetzt entschieden, vorerst auf die geplante Einstellung eines neuen Geschäftsführers zu verzichten. Der bisherige langjährige Geschäftsführer Maik Tempel wird die KuT aber definitiv zum Jahresende verlassen. Sein Vertrag war bereits im Februar aufgelöst worden. Wie es offiziell heißt und sowohl die Bürgermeisterin als auch Maik Tempel betonen: in beiderseitigem Einvernehmen.

Hinter den Kulissen hatte es aber schon länger Diskussionen um die Personalie gegeben. Ein Teil der Aufsichtsräte der KuT und auch ein Teil der Jonsdorfer Gemeinderäte hatten einen Geschäftsführer-Wechsel gefordert. Inzwischen gebe es "eine Riss zwischen der Gemeinde und dem Geschäftsführer."

Jonsdorfer Kindertobeland nur noch bis Sonntag geöffnet

Wie es mit der KuT weitergeht, darüber soll der Aufsichtsrat Ende September beraten. Die Geschäftsführer-Stelle soll eventuell neu ausgeschrieben werden, wenn der weitere Betrieb der Eishalle geklärt ist. Kati Wenzel rechnet bis Mitte März kommenden Jahres mit einer definitiven Lösung.

Mit dem Ende der Sommerferien schließt jetzt bereits die jährliche Sommerattraktion in der Eisarena. Am Sonntag, dem 5. September, ist das Kindertobeland letztmalig geöffnet. Laut Noch-Geschäftsführer Maik Tempel sei das eine Entscheidung "aus betrieblichen Gründen". Seit der Neueröffnung des Tobelands im Zittauer Westparkcenter sind die Besucherzahlen in Jonsdorf merklich zurückgegangen.

Ab Mitte Oktober soll dann wieder Eissaison sein. Vorher will die Gemeinde die Gelegenheit nutzen und vom 1. bis 3. Oktober zum ersten Mal ihre Kirmes in der großen Arena feiern.

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