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Politik

Journalist Michael Spreng gestorben

Auch als Politikberater scheute er sich nicht vor Auseinandersetzungen. Bis kurz vor seinem Tod schaltete sich Spreng ein.

Michael Spreng war bis zuletzt gern gesehener Gast in Polit-Talkshows.
Michael Spreng war bis zuletzt gern gesehener Gast in Polit-Talkshows. © dpa/Karlheinz Schindler

Der Journalist und Politikberater Michael H. Spreng ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit auf Mallorca, wie Kurt Breme, früherer Kollege und langjähriger Freund der Familie, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Spreng war unter anderem Chefredakteur der "Bild am Sonntag". Im Bundestagswahlkampf 2002 beriet er den CSU-Politiker und Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, der damals gegen seinen Kontrahenten Gerhard Schröder (SPD) verlor.

Spreng galt als pointierter und meinungsstarker Kommentator. Auch in Talkshows war er oft Gast. Bis zuletzt mischte sich der Journalist in politische Debatten ein: Noch Anfang Juli kritisierte er Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) für dessen Agieren in der Corona-Krise und sah ihn nicht mehr als Kanzlerkandidaten. "Es gibt Politiker, die können Krise, und solche, die keine Krise können. Laschet gehört zur zweiten Kategorie", sagte Spreng dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

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Vor seiner Karriere als Politik- und Medienberater war Spreng, der am 10. Juli 1948 in Darmstadt geboren wurde, viele Jahre in leitenden Positionen in Redaktionen mehrerer Medienhäuser tätig. Dazu zählten rund elf Jahre als Chefredakteur der "Bild am Sonntag". Davor arbeitete er über Jahre in selber Funktion beim Kölner "Express". Seine Laufbahn hatte mit einem Volontariat nach dem Abitur bei der "Frankfurter Neuen Presse" begonnen. Weitere Stationen als Redakteur waren "Welt" und "Bild".

Noch in diesem Jahr schrieb Spreng als Kolumnist für den "Berliner Kurier" und betrieb über Jahre den kleineren Politik-Blog "Sprengsatz" im Internet.

Als Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber wollte Spreng vor allem die Medienpräsenz der Kanzlerkandidaten der Union verstärken. Der Journalist und Katholik galt als unabhängiger Kopf, der seine Linie durchzusetzen versuchte. Konflikte scheute er nicht.

Jahre später arbeitete Spreng auch als Wahlkampfmanager für die nordrhein-westfälische CDU um Jürgen Rüttgers. Doch er gab diese Tätigkeit dann vor der Wahl wieder auf. Spreng arbeitete in seiner beruflichen Laufbahn auch als Medien- und Kommunikationsberater für Zeitungen, Zeitschriften und Unternehmen. (dpa)

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