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Journalisten-Verband kritisiert schwarze Medienliste der AfD

Der "Leitfaden" des Görlitzer Abgeordneten Tino Chrupalla war Ende der Woche bekannt geworden. 

Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla.
Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla. © Paul Zinken/dpa (Archiv)

Berlin/Görlitz. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisiert scharf das Vorhaben des AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla, "eine schwarze Liste für unseriöse Pressevertreter" zu erstellen. Ein solches Vorgehen sei demokratiefeindlich, sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall dem "Handelsblatt". 

Der "Leitfaden" Chrupallas war Ende der Woche bekannt geworden. Darin ruft der Politiker aus Ostsachsen unter anderem zur Vorsicht im Umgang mit der Presse auf und erklärt, dass "unseriösen" Journalisten Informationen verweigert werden sollen.

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Die AfD-Parteispitze habe offensichtlich ein Problem mit unabhängiger Berichterstattung, erklärte Überall. Journalisten sollten sich davon nicht beirren lassen. Zwar sei es nachvollziehbar, dass Parteien in Wahlkampfzeiten zur Geschlossenheit aufriefen, erklärte Überall. "Dass Journalistinnen und Journalisten aber als Feindbilder gebrandmarkt werden, ist aus meiner Sicht ein bewusster Angriff auf die Pressefreiheit." (dpa)

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