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Jubel

„Die SZ-Lektüre zieht sich oft über den ganzen Tag“

Für den Stadtchronisten von Meißen Claus-Dirk Langer bildet die gedruckte Zeitung seine wichtigste Quelle.

Claus-Dirk Langer hat in seinem Meißner Büro mehrere Meter an Jahrgängen der SZ gesammelt. Die aktuellen Ausgaben wertet er für die Stadtchronik aus.
Claus-Dirk Langer hat in seinem Meißner Büro mehrere Meter an Jahrgängen der SZ gesammelt. Die aktuellen Ausgaben wertet er für die Stadtchronik aus. © Claudia Hübschmann

Der studierte Architekt und erprobte Stadtplaner Claus-Dirk Langer ist seit 2015 der Stadtchronist von Meißen. Seine Arbeit besteht nicht darin, in der über 1000-jährigen Vergangenheit Meißens zu forschen, sondern die Gegenwart möglichst prägnant für künftige Generationen festzuhalten.

Lesen Sie täglich die SZ und in welcher Form?

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Mir ist die Papierform immer noch am liebsten. Die SZ-Lektüre zieht sich oft über den ganzen Tag. Das beginnt morgens bei einem Kaffee und geht anschließend in der S-Bahn weiter. Meistens sind selbst für den Abend noch ein paar Artikel übrig.

Welche Informationen sind für Sie als Stadtchronist besonders interessant?

In dieser Funktion ist für mich vor allem der Lokalteil wichtig. Die SZ bildet die umfangreichste Quelle für das aktuelle Geschehen in der Stadt. Manchmal erhalte ich aber auch aus anderen Beiträgen, die nicht direkt in Meißen spielen, Anregungen. So erinnere ich mich an einen Artikel über einen Sammler von Schulchroniken in Weinböhla. Das war für mich der Anlass, mich auch mit diesen Quellen zu beschäftigen.

Wie werten Sie diese Informationen aus und nutzen sie weiter?

Mittlerweile sind bei mir schon einige Meter mit Jahrgängen der SZ zusammengekommen. Für die Stadtchronik notiere ich Stichworte aus dem jeweiligen Beitrag zu einem bestimmten Thema und verweise für weiterführende Informationen auf den betreffenden Artikel. So sollte es auch in 50 oder 100 Jahren noch möglich sein, sich vertiefender zu belesen. Darin besteht der Vorteil der Papierform. Ob die Internetadressen der Beiträge Bestand haben, müssen wir sehen.

Wo würden Sie sich eine bessere oder erweiterte Berichterstattung wünschen?

Ich kann zwar verstehen, dass Überschriften den Leser in die Beiträge hineinziehen sollen und deshalb oft zuspitzen. Manchmal – finde ich – übertreiben es die Redakteure aber damit. Dann wird durch die Überschrift eine Erwartung ausgelöst, welche der Artikel letztlich nicht erfüllt.

Können Sie sich an einen Artikel oder ein Thema erinnern, das Ihnen für Ihre Arbeit neue Erkenntnisse oder Anregungen gegeben hat?

Ja, die Artikelserie von Christine von Brühl über ihren berühmten Verwandten, den Grafen Brühl, war für mich sehr aufschlussreich. Ich hatte gedacht, alles aus den Büchern des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski und aus dem DDR-Mehrteiler „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ zu kennen. Am Ende konnte ich aber noch viel dazulernen.

Wie häufig geben Sie Ihre Chronik an das Rathaus weiter?

Wir haben uns auf einen halbjährlichen Rhythmus geeinigt. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist schon passiert, dass sich Informationen nach einigen Wochen oder Monaten Abstand als falsch oder zumindest fehlerhaft erwiesen. In diesem Fall kann ich noch korrigierend eingreifen.

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