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Jünger und näher

Für die Kulturalltage wandelt sich das BC Hainsberg zu einem Festivalzentrum. Konzerte gibt es auch in Wohnzimmern.

© Andreas Weihs

Von Tobias Winzer

Freital. Was ist der Sinn und Zweck der Kulturalltage? Organisator Uwe Jonas muss nicht lange überlegen. „Wir wollen ein Fest von Freitalern für Freitaler sein“, sagt er. „Wir wollen die ganze Palette des künstlerischen Engagements in der Stadt zeigen.“ Auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen, sehen sich die Macher in diesem Jahr einen Schritt vorangekommen. Denn für eine ganz wichtige Gruppe der Freitaler Stadtbevölkerung gibt es nun erstmals ein adäquates Angebot: für die Jugend.

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„In der Auswertung der letztjährigen Kulturalltage haben wir beschlossen, dass wir den Fokus mehr in Richtung Jugend legen wollen“, sagt Kerstin Mager-Baran. Sie arbeitet wie Jonas beim Verein Soziokultur Freital, der das Fest seit 2017 im Auftrag der Stadt veranstaltet. Deswegen verwandelt sich das BC Hainsberg am Sonnabend, 2. Juni, zum Zentrum des „BC Festivals“. Das Fest, das unter der Überschrift Streetart, also Straßenkunst, steht, bietet den ganzen Tag über Graffiti-, DJ- und Tanz-Workshops. Am Abend ab 18 Uhr messen sich dann junge Breakdancer im BC-Saal in Eins-zu-Eins-Duellen miteinander. Das Angebot für Zwölf- bis 18-Jährige, so die neu entdeckte Zielgruppe, wird durch eine Teenie-Disco in der Kuta-Lounge am Vorabend des BC Festivals abgerundet.

Fast alles kostenlos

Zu den Höhepunkten der insgesamt rund 50 Veranstaltungen zählt Jonas auch das Irish Folk Festival, ebenfalls am 2. Juni, auf Schloss Burgk. Dieses war stets fester Bestandteil der Kulturalltage, fiel aber wegen organisatorischer Probleme im vergangenen Jahr aus. Die Irish Folker nutzen in diesem Jahr die Infrastruktur des Bergmannstages, der am 3. Juni ansteht.

Die wichtigsten Daten zur sechsten Auflage

Die 6. Kulturalltage finden vom 1. bis 10. Juni statt, zum zweiten Mal koordiniert vom Verein Soziokultur Freital.

Wegen der Fußball-WM gehen die Kultur-alltage in diesem Jahr schon relativ zeitig über die Bühne.

Rund 50 Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Freital gehören zum Programm, wobei auch mehrere Feste integriert werden, wie das Hoffest bei Getränke Mierisch in Niederhäslich am 2. Juni, der Bergmannstag am 3. Juni auf Schloss Burgk, das Pesterwitzer Brunnenfest am 3. Juni sowie „Kunst im Hof“ am 9. Juni an der Christuskirche Deuben.

Das Irish-Folk-Festival gehört in diesem Jahr wieder zum Programm der Kulturalltage. Es findet am 2. Juni ab 18 Uhr auf Schloss Burgk statt.

Beim BC Festival am 2. Juni verwandeln sich die Ballsäle Coßmannsdorf für einen Tag zu einem Zentrum der Straßenkunst. Für Jugendliche gibt es DJ-, Graffiti- und Tanz-Workshops. Am Abend ist ein Breakdance-Wettbewerb im großen Saal geplant.

Wohnzimmerkonzerte stehen in diesem Jahr erstmals im Programm der Kulturalltage. Dafür stehen am 5. Juni ab 19 Uhr die drei Künstler Whysker, Brettl und Soulmama bereit. Wer sie in seinem Wohnzimmer auftreten lassen will, kann sich beim Soziokultur-Verein bewerben. Die Gewinner werden ausgelost. (SZ)

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Wer es etwas intimer mag, der kann sich in diesem Jahr erstmals Künstler nach Hause ins eigene Wohnzimmer holen. Die Idee für diese sogenannten Wohnzimmerkonzerte hatte Willi Papperitz, der als Sänger unter dem Künstlernamen Whysker auf der Bühne steht.

Neben ihm stehen noch Pascal Bretschneider alias Brettl und Corina Liebmann alias Soulmama für das ungewöhnliche Konzertformat bereit. Wer Interesse hat, kann sich beim Soziokulturverein per E-Mail unter [email protected] bewerben. Wen das Los trifft, bekommt dann am 5. Juni um 19 Uhr Besuch von einem der drei Künstler. „Das soll der Auftakt sein“, sagt Jonas. „Wenn das Format auf großes Interesse stößt, wollen wir es über das ganze Jahr ausweiten.“

Überhaupt ist es das Ziel der Organisatoren, mehr kulturelle Angebote in Freital zu etablieren – nicht nur für die elf Tage der Kulturalltage, sondern darüber hinaus. Der Verein Soziokultur sieht sich dabei als eine Art Geburtshelfer. Für die Kulturalltage kümmert er sich um das Marketing, sorgt dafür, dass mit dem Amtsblatt jeder Haushalt das Programm bekommt, stellt die Technik, zahlt Gema-Gebühren und hängt Plakate. 22 000 Euro, finanziert durch die Stadt, Fördergeld und Sponsoren, stehen dafür zur Verfügung. Den Rest sollen die Künstler und die Freitaler besorgen. Damit möglichst viele Freitaler zu den Konzerten, Ausstellungen und Workshops kommen können, sind fast alle Angebote kostenlos – bis auf ein Puppentheater und eine Tanzgala im Kulturhaus und ein öffentliches Training der Tanzschule Richter in der Turnhalle Hainsberg.

Stolz sind die Organisatoren vor allem auf die kleinen Perlen im Programm, wie eine Gemeinschaftsausstellung von Künstlern aus der Region im Technologiezentrum oder die Ausstellung der jungen Künstlerin Paula Plischke, die ein Schaufenster im Mühlenviertel bespielt. „Wir wollen davon wegkommen, nur einfach kommerzielle Künstler einzukaufen“, sagt Mager-Baran. „Es geht eher darum, etwas miteinander zu schaffen.“ Ein Fest von Freitalern für Freitaler eben.