Teilen:

Jugend ist glücklich, aber nicht wunschlos

© Karl-Ludwig Oberthuer

Die Gemeinde Bannewitz fragte junge Leute, was sie vermissen. Das Ergebnis soll ein Anstoß sein.

Von Verena Schulenburg

Bannewitz. Will die Jugend in Bannewitz mitgestalten? Und wie gut fühlen sich die jungen Leute in der Gemeinde integriert? Das wollte die Rathausspitze herausfinden. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wurden daher 950 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 22 Jahren angeschrieben, die in der Gemeinde wohnen. Immerhin 150 Antworten trafen daraufhin wieder im Rathaus ein.

Das Ergebnis der Befragung zeigte vor allem eines: Der Großteil der jungen Leute ist glücklich in Bannewitz und begrüßt den guten Zusammenhalt. In Bannewitz sei bereits einiges für Kinder und Jugendliche getan worden. Der Bürgerpark, der hinter dem Bannewitzer Bürgerhaus entsteht, sei ein Beispiel. Allerdings fühlt sich der Nachwuchs nur wenig informiert. Wichtig sind ihnen vor allem die Themen Schule, Vereine, der öffentliche Nahverkehr und Freizeitgestaltungen, so die Auswertung der Fragebögen. Informiert werden wollen die jungen Leute vor allem in der Schule, über Aushänge oder Zeitungen. Soziale Medien sehen sie in diesem Zusammenhang als weniger geeignete Informationsquelle.

Die Auswertung der Umfrage zeigte zwar, dass die Kinder und Jugendlichen informiert und eingebunden werden wollen. Selbst aktiv zu werden, können sich aber nur wenige vorstellen. Vielleicht auch, weil für manche unklar sei, wie sie sich einbringen können. Immerhin: Der Schülerrat oder das Schülerradio, das schon seit einigen Jahren erfolgreich an der Bannewitzer Oberschule durchgeführt wird, erfahren rege Beteiligung.

Ziel der Rathausspitze ist es nun zu überlegen, wie die jungen Leute erreicht und damit besser informiert und eingebunden werden können. Immerhin mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die sich an der Umfrage beteiligten, besuchen ein Gymnasium. Das heißt, sie wohnen zwar in Bannewitz, gehen aber nicht in der Gemeinde zur Schule. „Das zeigt, dass das Interesse an ihrem Heimatort groß ist“, sagt Heiko Wersig von der Gemeindeverwaltung. Nun müsse überlegt werden, wie die jungen Leute besser in das kommunale Geschehen eingebunden werden können, erklärt er. Im Herbst will die Gemeinde eine sogenannte Jugendrechtskonvention verabschieden und darin begründet sehen, wie junge Leute zu integrieren sind.