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Deutschland & Welt

Arrest für sinnlosen Tod eines Auerhahns

Die Empörung war groß, als ein junger Mann im Schwarzwald einen seltenen Auerhahn erschlug. Nun gibt es ein Urteil in dem Fall.

Ein Auerhahn - inzwischen sehr selten im Schwarzwald.
Ein Auerhahn - inzwischen sehr selten im Schwarzwald. © Michael Reichel, dpa

Titisee-Neustadt. Auerhähne verteidigen sich bei Störungen anstatt zu flüchten. Das wurde einem der streng geschützten Vögel im vergangenen August am Feldberg im Schwarzwald zum Verhängnis. Ein betrunkener junger Mann scheuchte das Tier auf einer Wiese auf - und erschlug es mit einer Flasche. 

Für die Tat, die nach Überzeugung von Richter André Gerber durch Zeugen belegt ist, soll der 21-Jährige nach Jugendstrafrecht für eine Woche in Dauerarrest. Außerdem muss er 1.000 Euro an die Naturschutzorganisation Nabu zahlen.

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Jagdschein eingezogen

Die Tat hatte überregional Bestürzung hervorgerufen. Ein 23 Jahre alter Mann, der zusammen mit dem Jüngeren während eines Volksfests im Hochschwarzwald unterwegs war, erhielt wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 1300 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Angeklagten im Prozess um einen erschlagenen Auerhahn sitzen im Verhandlungssaal.
Die Angeklagten im Prozess um einen erschlagenen Auerhahn sitzen im Verhandlungssaal. © Felix Schröder, dpa

Für den 21-Jährigen hat die Tat eine weitere Konsequenz: Sein Jagdschein wurde eingezogen. Nach dem Urteil ist dem Mann die Jagdausübung für sechs Monate verboten. "Aus dem Geschehen spricht eine mangelnde Reife in Bezug auf die Jagdausübung", sagte Gerber.

Der Richter ging mit dem Arrest über den Antrag des Staatsanwalts hinaus. Dieser hatte für den Jüngeren eine Geldauflage von 2400 Euro gefordert. Die Verteidiger hatten für ihre Mandanten jeweils auf Freispruch plädiert.

Mit einer Flasche zugeschlagen

Auerhühner sind als bedrohte Tierart streng geschützt und kommen im Schwarzwald nur noch in wenigen Gebieten vor. Die beiden Angeklagten äußerten zum Schluss des Prozesses ihr Bedauern. Dem 21-Jährigen hielt Gerber vor, sich nicht ehrlich mit der Tat auseinandergesetzt zu haben. Für ihn als Jäger müssten hohe Ansprüche gelten. Er habe genau gewusst, dass er einen Auerhahn vor sich hatte und kenne dessen Bedeutung.

Die beiden Männer waren von mehreren Zeugen beobachtet worden, wie sie vom Weg auf eine Wiese gegangen seien, obwohl das in dem Naturschutzgebiet verboten sei. Der 21-Jährige hatte angegeben, vor dem aufgescheuchten Auerhahn zurückgewichen und dabei gestürzt zu sein. Zur Verteidigung gegen das angreifende Tier habe er mit der Hand zugeschlagen. "Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie gefallen sind", sagte Gerber. Geschlagen habe er mit einer Flasche.

"Gravierende soziale Folgen"

Strafmildernd wirke sich bei beiden Angeklagten aus, dass sie betrunken gewesen seien. "Das ist die klassische Folge des Alkoholtrinkens, dass man Dinge falsch einschätzt." Beiden hielt Gerber zu Gute, dass sie von ungewöhnlich intensiver Medienberichterstattung betroffen seien und mit gravierenden sozialen Folgen leben müssten.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer von einem nicht wieder gut zu machenden Schaden gesprochen, weil die Population der Auerhühner am Feldberg bereits so klein sei, dass jeder Verlust den Fortbestand gefährde. "Das Tier durfte da sein, die Angeklagten nicht."

Einer der beiden Verteidiger reagierte mit einem Vorwurf an die Behörden. Wie sei es zu verantworten, mitten im Lebensraum der Auerhühner jedes Jahr ein Volksfest mit Tausenden Teilnehmern zuzulassen? (dpa)

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