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Jugendhaus hofft auf Sponsoren

Brandschutzbestimmungen lasten schwer auf der Kasse. Doch davon lässt sich das Team nicht entmutigen.

© André Braun

Von Andreas Neubrand

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Roßwein. Derzeit arbeiten die Sozialarbeiter im Roßweiner Jugendhaus nur mit halber Kraft. Der Grund sind Umbaumaßnahmen. Der erste Stock ist momentan gar nicht nutzbar, das Erdgeschoss nur teilweise. „Wir müssen zehn Brandschutztüren einbauen, davon kostet uns eine tausend Euro“, so Karolina Kempe, Vorsitzende des Jugendhaus-Trägervereins. „Wir brauchen also für alle Türen 10 000 Euro.“ 3 000

Euro kommen als Projektfördermittel vom Landaufschwung Mittelsachsen. Damit sollen soziale Projekte in strukturschwachen Regionen gefördert werden. Doch darüber hinaus sieht es schwierig aus für das Jugendhaus. Aus diesem Grund suche das Team Sponsoren. „Wir führen gerade Gespräche mit einem Vorstand, aber so lange nichts unterschrieben ist, kann ich nichts dazu sagen“, so Stev Buttler, Sozialarbeiter und Projektmanager im Jugendhaus. „Und das, was an Spenden reinkommt, reicht leider hinten und vorne nicht“, so Buttler.

Hoffen auf den Sommer

Auch die Vermietung des Hauses für Veranstaltungen oder Konzerte bringe kein Geld ein. „Das Problem ist, dass wir aus den genannten Auflagen für den Brandschutz insgesamt nur 100 Leute in das Haus lassen können“, so Nicole Schröder, Sozialarbeiterin im Jugendhaus. Doch mit den Einnahmen kleinerer Veranstaltungen würden gerade so die Kosten gedeckt. „Wenn wir mehr Geld einnehmen wollen, um die notwendigen Arbeiten zu finanzieren, dann müssten wir mehr Leute einladen dürfen. Doch das geht nicht aufgrund der Auflagen – ein Teufelskreis.“

Deswegen hofft das Team auf einen langen Sommer. „Da können wir dann vor dem Haus Freiluftkonzerte veranstalten“, sagt Buttler. „So wollen wir mehr Gäste anlocken, damit es sich für uns auch lohnt.“

Der Erlös soll dann direkt in die Kassen des Jugendhauses fließen. „Solche Veranstaltungen planen meist unsere älteren Mitglieder“, so Schröder. „Das klappt sehr gut. Darauf sind wir sehr stolz.“

Wegen der Bauarbeiten hatte das Haus von Mitte November bis Ende Dezember geschlossen. „Offizielle Eröffnung hatten wir am 4. Januar.“ Doch die längere Schließzeit hat ihre Spuren hinterlassen. „Vor dem Umbau kamen im Durchschnitt bis zu 18 Kinder täglich zu uns. Jetzt sind es noch acht bis zehn“, sagt Buttler. Dabei sei es sowieso nicht immer einfach, an die Kinder heranzukommen. „Viele Eltern haben Vorurteile gegenüber dem Jugendhaus“, sagt Stev Buttler. „Sie glauben, dass ihre Kinder hier Drogen kaufen können.“ Das sei natürlich Quatsch, so Schröder. „Vielmehr kümmern wir uns hier um die Kinder, während die Eltern arbeiten gehen oder aus anderen Gründen keine Zeit haben. Wir erledigen mit ihnen Hausaufgaben oder hören uns ihre Alltagssorgen an“, sagt Nicole Schröder. „Manchmal spielen wir auch nur. Wichtig ist, dass wir auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und einfach mal tun, was sie wollen.“

Viele Pläne für 2018

Dazu gehört auch das Thema gesunde Ernährung. „Sobald wir wieder eine Küche haben, kochen wir“, so Buttler. „Doch bis es so weit ist, säen wir Obst und Gemüse mit den Kindern. Damit sie sehen, woher eine Erdbeere wirklich kommt.“ Auch wenn ihnen einige Gäste abhanden gekommen sind, blicken die Betreiber optimistisch in die Zukunft. „Wir haben viele Pläne für 2018“, verrät Buttler.

Das große Thema in diesem Jahr bleibt zweifelsohne der Umbau. „Leider können wir nicht sagen, wann wir hier fertig werden“, so Schröder. „Doch bei den Trockenwänden sind wir recht weit.“ Außerdem werde vieles in Eigenleistung erledigt, so Buttler. „Streichen werden wir mit den Kindern. Also wir streichen und die Kinder bestimmen dann, welche Motive auf die Wand gemalt werden.“ Doch darüber hinaus will das Jugendhaus auch mit Veranstaltungen glänzen. „Dieses Jahr wollen wir auf jeden Fall mehr Konzerte veranstalten. Außerdem möchten wir erreichen, dass das Jugendhaus auch wieder gemietet werden kann“, so Stev Buttler. „Dazu organisieren wir im Sommer wie letztes Jahr Ferienspiele.“ Dabei können die Kinder in Disziplinen wie Tischtennis gegeneinander antreten und Punkte sammeln. „Der Sieger erhält dann eine Urkunde“, so Nicole Schröder.