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Jugendhilfe-Träger bleiben arbeitsfähig

Die Kritik an der Finanzierung der Jugendarbeit im Kreis Görlitz weitet sich aus. Das Jugendamt hält dagegen.

© André Schulze

Landkreis. Der Antrag für die Schulsozialarbeiter im Kreis Görlitz ist gestellt. Ab dem 1. August soll an jeder sächsischen Oberschule ein Schulsozialarbeiter tätig sein. Das Projekt wird größtenteils vom Freistaat finanziert. Für die praktische Durchführung, Beantragung und Verteilung der Gelder sind aber die Landkreise zuständig. Der Kreis Görlitz wiederum arbeitet mit verschiedenen Trägern zusammen, bei denen die Schulsozialarbeiter angestellt sind, und an welche die Fördergelder schließlich gehen. Und auch andere Aufgaben der Jugendarbeit, darunter Jugendschutz und Familienbildung, übernehmen die Träger für den Kreis, bekommen dafür Mittel. Zuletzt aber wurde Kritik seitens der Träger laut. Zu unsicher sei die Finanzierung. Das will das Jugendamt so nicht stehen lassen.

Ewa 40 Träger der Jugendarbeit gibt es kreisweit, viele haben sich beim Jugendring Oberlausitz zusammengeschlossen. Dessen Vorsitzender Rolf Adam hatte kritisiert, dass sich die Förderbedingungen sehr verschlechtert hätten, so sehr „dass inzwischen einige Träger in ihrer Existenz bedroht sind.“ Es geht vor allem um verspätete Zusagen. Der Kreis hält dagegen: Auch das Kreisjugendamt ist an Förderverfahren und -fristen gebunden, erklärt Dezernentin Martina Weber. „Genauso können wir nicht am Haushaltsrecht vorbeiarbeiten“, ergänzt Jugendamtsleiterin Elke Drewke.

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Tatsächlich habe es Schwierigkeiten gegeben, für die sogenannte offene Jugendarbeit wurden vergangenes Jahr keine Zuwendungsbescheide verschickt. Ein Grund: Die Neuregelung bei der Schulsozialarbeit in den Oberschulen – eine neue, zusätzliche Aufgabe für die Kreise – habe im Vorfeld viel Arbeit ohne mehr Personal abverlangt, sagt Martina Weber. Um dennoch für Sicherheit zu sorgen, hat der Kreis mit Abschlägen an die Träger gearbeitet, also mit regelmäßigen Teilzahlungen. „Die sind alle zwei Monate an die Träger rausgegangen“, sagt Martina Weber. Wenn es dennoch Probleme gebe, stehen die Jugendamtstüren für die Träger offen. „Die Möglichkeit wurde vergangenes Jahr auch genutzt und war immer gelebte Praxis bei uns.“ (szo/sdn)