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Jugendliche drohten mit Terror-Anschlag

Ein Drohanruf in einem Leipziger Luxushotel hält die Polizei stundenlang in Atem. Absperrungen, Durchsuchungen, dann wird der Auslöser ermittelt: Der Anruf geht auf Jugendliche in Österreich zurück.

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© dpa

Dresden. Ein übler Scherz hat Gäste eines Luxushotels in Leipzig und die sächsische Polizei stundenlang in Terroralarm versetzt. Zwei Jugendliche riefen in der Nacht zu Dienstag per Telefon aus Österreich in dem Hotel an und drohten mit einem Anschlag. Nach dem Anruf wurden Hotel und Umgebung von mehr als 100 Beamten gesperrt und systematisch abgesucht.

Polizeieinsatz im Fünf-Sterne-Hotel

Polizisten mit Helmen und Schutzwesten stehen am 06.09.2016 in Leipzig vor dem Hotel Fürstenhof. Nach einer Terrorwarnung hatte die Polizei das Hotel abgesperrt und durchsucht.
Polizisten mit Helmen und Schutzwesten stehen am 06.09.2016 in Leipzig vor dem Hotel Fürstenhof. Nach einer Terrorwarnung hatte die Polizei das Hotel abgesperrt und durchsucht.
Ein zunächst unbekannter Anrufer hatte mit einem Anschlag gedroht.
Ein zunächst unbekannter Anrufer hatte mit einem Anschlag gedroht.
Rings um das Hotel im Stadtzentrum waren Polizisten mit Maschinenpistolen postiert.
Rings um das Hotel im Stadtzentrum waren Polizisten mit Maschinenpistolen postiert.
Am Nachmittag gab die Polizei Entwarnung: Der Anrufer entpuppte sich als ein österreichischer Jugendlicher, der sich einen üblen Scherz erlaubt hatte.
Am Nachmittag gab die Polizei Entwarnung: Der Anrufer entpuppte sich als ein österreichischer Jugendlicher, der sich einen üblen Scherz erlaubt hatte.
Via Twitter postete die Polizei am Nachmittag: "Wir beenden unseren Polizeieinsatz und atmen durch".
Via Twitter postete die Polizei am Nachmittag: "Wir beenden unseren Polizeieinsatz und atmen durch".

Der Drohanruf erfolgte nach Polizeiangaben von einem österreichischen Mobilfunkanschluss. Dort wurde ein 15 Jahre alter Jugendlicher als Anrufer ermittelt. Während einer Befragung habe er angegeben, in der Nacht mit einem 14-jährigen Freund mehrere Hotels angerufen und Terrordrohungen ausgesprochen zu haben.

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Nachdem der Anruf gegen 2.50 Uhr eingegangen war, sicherten Polizisten zunächst das Innere des Hauses. Gegen 6.30 Uhr weiteten sie den Sicherungsring auf den Außenbereich aus. Mit Sprengstoffspürhunden durchsuchte die Polizei das Hotel.

Beamte mit Maschinenpistolen und Schutzwesten wurden postiert. In den Nebenstraßen fuhren Mannschaftswagen auf. Die Polizei setzte zudem einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera ein, um eventuell auf dem Dach des Hotels oder der unmittelbar angrenzenden Baustelle Verdächtige aufzuspüren.

Alles sei besonnen abgelaufen, berichtete Leipzigs Polizeisprecher Uwe Voigt, „das Hotelpersonal hat hervorragend reagiert.“ Von einer Evakuierung habe man abgesehen, um keine Panik entstehen zu lassen. Mit den einzelnen Gästen sei die Lage besprochen worden. „Alle waren verständnisvoll.“

Während des Einsatzes der Polizei ankommende Paket- und Postsendungen mussten vor dem Hotel sofort geöffnet werden. Gäste, die zum Shopping in die nahe Innenstadt gegangen waren, mussten ihre Einkäufe auspacken und kontrollieren lassen. Es gab auch Leibesvisitationen.

Fußgänger und Radfahrer durften den Bereich vor dem Hotel nicht mehr befahren oder betreten. Der Verkehr auf dem Innenstadtring lief dagegen ohne Behinderungen weiter.

Gerüchte über eine Geiselnahme, die auf Twitter und Facebook die Runde machten, wies die Polizei entschieden zurück. „Teilt keine Spekulationen, sondern folgt aktuellen Infos von uns“, bat die Polizei auf Twitter.

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz informierte sich vor Ort über den Einsatz. Auch das Dresdner Innenministerium behielt die Entwicklung im Auge. Minister Markus Ulbig (CDU) wurde laufend über den Einsatz informiert.

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