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Jugendliche spielen Geschichte

Für die Ponickauer ist die wundersame Rettung zweier Brüder vor 150 Jahren heute noch überwältigend. Das wird gefeiert.

© Jens Witschaß

Ponickau. Elf Tage waren die Gebrüder Muschter beim Bau eines Brunnens 20 Meter tief unter der Erde verschüttet – und konnten dennoch lebend geborgen werden. Diese wahre Geschichte vom Brunnenwunder vor 150 Jahren kennt in Ponickau jedes Kind. Damit das „überwältigende Geschehen“ auch überregional bekannt wird, haben die Ponickauer und der Linzer Ortshistoriker Frank Schneider eine ganze Veranstaltungsreihe zum Jubiläum auf die Beine gebracht.

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Zum Reformationstag wird als Auftakt 17 Uhr ein Musical die Vorgänge von 1866 darstellen. Chorleiterin Maika Boy aus Böhla b.O. hat die Sprechertexte und die Dramaturgie verfasst, zehn Spieler der jungen Gemeinde studierten das rund 80-minütige Stück seit den Herbstferien ein. „Krippenspielerprobt“ arbeiteten sie dabei mit Gemeindepädagoge Andrè Siegel. Passende Lieder aus dem Gesangbuch steuert der Kirchenchor Ponickau/Linz bei. Auch der Posaunenchor sowie Solisten sind beteiligt.

„Die Christenlehre-Kinder haben die Kulissen bemalt“, erzählt Pfarrerfrau Christine Dregenus. Sie und ihr Mann sind natürlich auch beteiligt. Die Kostüme stammen aus dem Fundus von Heidrun Tennert in Ebersbach. Im Gotteshaus werden zwei lange Schals im Altarraum hängen, die den damaligen Brunnenbau illustrieren. Die Bauleute wurden 1866 verschüttet, weil die Schalung zusammengebrochen war.

Eine umfangreiche Ausstellung zeigt in der Kirche Originaldokumente der Zeit. Eine Schrift des früheren Pfarrers Auerswald ist weit über die Grenzen Deutschlands als Glaubenszeugnis verbreitet worden. (krü)