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Jugendliche trinken sich ins Koma

Die Zahlen von stark Alkohol konsumierenden Minderjährigen haben erneut zugelegt.

© Symbolbild: dpa

Von Peter Anderson

Landkreis. Mit einer Wette fing es an. Wer hat zuerst die beiden Flaschen Bier ausgetrunken? Doch dabei blieb es nicht. Likörfläschchen kamen dazu. Süß und fruchtig schmeckte der Inhalt, gar nicht nach Alkohol. Ein Gespräch war längst nicht mehr möglich. Eigentlich ging es nur noch um den nächsten Schluck. Irgendwann begann sich die Welt um sie herum zu drehen. An alles Weitere kann sich die Meißner Schülerin nicht mehr erinnern.

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Diese Erfahrung ist kein Einzelfall. Die Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen hat im Landkreis Meißen entgegen dem sachsenweiten Trend zugenommen. Nach Angaben der Gesundheitskasse DAK stieg sie im Jahresvergleich von 2015 auf 2016 um 23 Fälle auf 274.

„Eine regionale Alkoholprävention bleibt für uns unverzichtbar, um Kindern und Jugendlichen die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzuzeigen. Solche wichtigen Gesundheitsthemen sollten in den Schulalltag einfließen“, sagt Cathleen Pintér von der DAK-Gesundheit in Riesa. Sachsenweit schwanken die Werte erheblich. Trauriger Spitzenreiter bei den Krankenhauseinweisungen wegen Rauschmitteln ist die Landeshauptstadt Dresden mit 820 Jugendlichen. Bereits an zweiter Stelle folgt der Erzgebirgskreis mit 539 Fällen.

Bestätigt wird der Negativtrend durch Fachleute vor Ort. Suchtberaterin Mandy Forst vom Diakonischen Werk: „Die Zahl der Beratungen zu Alkoholproblemen ist 2017 wieder nach oben gegangen.“ Der mediale Fokus auf Crystal lasse oft vergessen, dass legale und kulturell in Deutschland stark verwurzelte Drogen wie Alkohol und Nikotin die größte Suchtgefahr bergen, führt Kreis-Amtsärztin Petra Albrecht weiter aus.

Angesichts dieser Zahlen sucht die DAK-Gesundheit die besten Schüler-Plakate gegen Komasaufen. Die bundesweite Kampagne gegen das sogenannte Komasaufen endet am 31. März. Bis dahin können Schülerinnen und Schüler noch Plakate zum Thema Alkoholmissbrauch gestalten und bei der DAK-Gesundheit in Riesa abgeben. Bundesweit haben sich für die mehrfach ausgezeichnete Kampagne bereits mehr als 4 000 junge Künstler angemeldet.

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