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Jugendliche verprügelten Iraker

Zwei Döbelner standen wegen Körperverletzung vor Gericht. Die Zeugen wissen von nichts. Das Verfahren wird fortgesetzt.

Von Helene Krause

Vorgeworfen wird den zwei Döbelnern, die 21 und 19 Jahre alt sind, gefährliche Körperverletzung. Am 24. November 2012, gegen 18.45 Uhr, sollen sie in der Schlachthofstraße in Döbeln, in Höhe der Packstation, einen Iraker geschlagen und getreten haben. Der Mann erlitt eine offene Mehrfachfraktur des rechten Schienbeins. Er musste im Krankenhaus operiert werden.

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Zum Tatvorwurf erklärt der 21-Jährige, dass der Iraker an ihnen vorbeigefahren sei und dabei etwas zu ihnen gesagt habe. Ein paar Meter weiter, direkt an der Einmündung der Schlachthof- in die Bahnhofstraße, hätte er angehalten und wäre mit einem Stock bewaffnet auf sie zugekommen. Der 21-Jährige will den Mann, von dem er sich bedroht fühlte, mit einem Karategriff zu Boden gestreckt und ihn festgehalten haben. Schläge und Tritte habe es nicht gegeben. Der 19-Jährige erklärt, den Mann nur mit der flachen Hand auf den Rücken geschlagen zu haben, damit er von seinem Freund ablässt. Geschlagen und getreten habe auch er ihn nicht.

Mit Böllern geworfen

Die beiden Freundinnen der Beschuldigten, die zur Tatzeit mit an der Packstation standen, und die als Zeugen vor Gericht geladen wurden, wollen nichts gesehen haben. Nur dass der Iraker mit einem Stock auf den 21-Jährigen zugegangen sei, können sie mit Bestimmtheit sagen und dass der 21-Jährige den Iraker zu Boden gebracht hat.

Die wiederholte Frage, woher dann der Geschädigte die schwere Beinverletzung hatte, können weder die Angeklagten noch die beiden Zeuginnen dem Gericht erklären. Das Opfer habe nach dem Gerangel auf der Straße gesessen und über sein Bein gejammert. Ein weiterer Zeuge, der zur Tatzeit im Auto an der Packstation vorbeifuhr, sah ein Gerangel. Weil er den Ausländer am Boden sitzen sah, wollte er ihm helfen. Er stieg aus und trennte die Kämpfenden. Danach rief er die Polizei und den Krankenwagen. Dass der Iraker einen Stock oder Regenschirm hatte, kann er bestätigen. Doch wie es zu der schweren Beinverletzung des Mannes kam, kann auch er nicht erklären.

Der Iraker betreibt an der Bahnhofstraße einen Autohandel. Zu der Auseinandersetzung mit den Jugendlichen soll es gekommen sein, weil er die Angeklagten vor der Tat beschuldigt hatte, Böller auf seine Autos geworfen zu haben. Deswegen soll er auch mit dem Stock auf die beiden losgegangen sein. Allerdings bestreiten die Beschuldigten, die Knallkörper geworfen zu haben. Auch die Zeugen wissen davon nichts. Weil das Geschehen nicht aufgeklärt werden kann und der Geschädigte, der sich gegenwärtig im Irak aufhält, bisher nicht als Zeuge vernommen werden konnte, wird das Verfahren fortgesetzt.