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Junge Franzosen erkunden Döbeln

Die Schüler aus Evron haben den Gegenbesuch angetreten. Sie lernen seit über zwei Jahren Deutsch und müssen jetzt ihre Fähigkeiten beweisen.

© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

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Döbeln. Es passiert selten, dass Döbelns Baudezernent Thomas Hanns Gäste auf Französisch begrüßt. Es reicht auch nur für ein „Bonjour, herzlich willkommen in Döbeln“. Die Gäste, Achtklässler aus Evron in Frankreich, antworteten mit dem eher internationalem „Hallo“. Fast zwei Wochen lang werden die 26 Mädchen und Jungen Döbeln und Deutschland kennenlernen. Erste Station: das Rathaus mit Museum und Riesenstiefel. Thomas Hanns erzählt auch eine Anekdote am Rande. Seine Tochter, heute 21 Jahre alt, war als Schülerin selbst in Evron. Eine französische Gastschülerin wohnte während des Gegenbesuchs bei der Familie. „Ich habe versucht, mit dem Wörterbuch französisch zu sprechen, aber immer die Betonung falsch gesetzt.“ Die Gastschülerin habe später Deutsch studiert und die Verbindung wieder aufgenommen. „An mich konnte sie sich noch gut erinnern, weil sie wegen meiner Aussprache viel Spaß hatte“, meinte er. „Es ist schön, wenn man so einen Kontakt aufrecht erhält. Das ist ja heute kein Problem mehr“, so Hanns.

Den Kontakt halten Daniele Sturm und ihr Kollege Didier Planchais schon seit längerem. „Seit 15 Jahren sind wir ein Paar“, meint die Französischlehrerin des Lessing-Gymnasiums scherzhaft. Ihr Kollege unterrichtet am Sacré-Coeur-Collège in Evron die deutsche Sprache. Immer abwechselnd besuchen sich die Schulen in Frankreich und Deutschland. Dienstagabend ist die französische Gruppe in Döbeln angekommen. Auf dem Programm steht auch der Besuch von Berlin. Außerdem sind die Schüler in Döbeln unterwegs, besuchen das Pferdebahnmuseum und die Nicolaikirche, wandern zu den Bischofswiesen. Sie fahren auch nach Riesa und ins Spaßbad „Wonnemar“.

Thomas Hanns hat Döbeln vorgestellt, die Schüler haben eifrig mitgeschrieben und sich den Nachnamen des Oberbürgermeisters Hans-Joachim Egerer buchstabieren lassen. Die Schüler lernen seit der 6, Klasse Deutsch, drei Stunden pro Woche. Bei ihrem Besuch müssen sie die Sprache auch anwenden. Am Ende des Aufenthalts werden sie die Ergebnisse ihrer Erkundungen im fremden Deutschland auf 13 Themengebieten in Vorträgen zusammenfassen. Da geht es darum, welche Musik die Deutschen am liebsten hören, welche Zeitungen für Jugendliche es hier gibt und welches Essen. „Die Gruppe 13 muss zum Beispiel Sachsen erkunden. Mit den Gastfamilien können die französischen Schüler für ihre Präsentationen in deutscher Sprache üben“, sagte Daniele Sturm.

Das Lessing-Gymnasium hält Kontakte zu einigen Schulen im In- und Ausland. Seit relativ kurzer Zeit gibt es einen Austausch mit einer Schule in England, der Landau Forte Academy in Tamworth. Auch zu einer Schule in der tschechischen Partnerstadt Vyskov hat das Gymnasium Kontakt. Eng ist die Zusammenarbeit mit einer Schule in Usti. „Das läuft gut. Der Weg ist kurz, da kann man auch Tagesexkursionen unternehmen“, so die stellvertretende Schulleiterin Heike Geißler. Eine Schulpartnerschaft sei aber derzeit nicht im Gespräch.

Diese pflegt das Lessing-Gymnasium mit dem Gymnasium in Unna. Wegen eines Schulleiterwechsels muss der Austausch erst wieder richtig in Gang kommen. „Zum Fußballturnier waren die Unnaer diesmal nicht da. Aber der Austausch auf der mathematischen und naturwissenschaftlichen Strecke funktioniert“, so Heike Geißler.

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